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Probleme und Lösungsmöglichkeiten bei Störungen in den Lieferketten

© Plattform Industrie 4.0/Salari

Unterbrechungen in globalen Lieferketten sowie starke Nachfrage-Schwankungen durch die Corona-Krise haben in vielen Branchen das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sowie das Vertrauen in etablierte Lieferketten gestört. Auslastung von und Bedarf an Produktions- oder Personal-Kapazitäten verändern sich rasant. Aus dieser Situation heraus entstehen neue Ökosysteme und Marktplätze. Durch sie werden Angebot und Nachfrage transparent. Eine gezielte Suche und Kontaktaufnahme zwischen beiden Seiten wird ermöglicht, sodass ein Matching zwischen Unternehmen in unterschiedlicher Ausgangs-Situationen erfolgen kann und so vorhandene Überkapazitäten auf der einen Seite mit stark erhöhten Bedarfen auf der anderen Seite in Einklang gebracht werden können.


Die AG „Digitale Geschäftsmodelle in der Industrie 4.0“ hat sieben B2B-Plattformen und ihre Entwicklung während der Corona-Krise genauer betrachtet:

Die ausführlichen Ergebnisse werden in Kürze auf dieser Webseite veröffentlicht.

Von schnellen Lösungen und langfristigem Wandel

Manche der betrachteten Marktplätze sind erst während der Corona-Krise in einem regionalen Kontext und mit sozialer, solidarischer Zielsetzung entstanden. Sie konzentrieren sich auf kurzfristige Abhilfemaßnahmen für akute Probleme, z. B. bei der Schutzmittelbeschaffung. Andere Marktplätze haben einen mittel- bis langfristigen Fokus. Sie bieten Möglichkeiten, branchenübergreifend und auf digitalem Weg neue Geschäftsbeziehungen anzubahnen. Bedarfe und Ressourcen sollen dabei gedeckt bzw. angeboten werden können, z. B. Produktionsmittel, freie Mitarbeiter-Kapazitäten, Material oder Zulieferteile.

Lieferketten werden sich nachhaltig verändern

Es ist davon auszugehen, dass viele Unternehmen das Ziel verfolgen, ihre industriellen Lieferketten zu regionalisieren oder zumindest durch alternative Lieferanten resilienter aufzustellen. Damit wird es auch langfristig den Bedarf geben, mit neuen Lieferanten und Partnern auf digitalem Weg in Kontakt zu kommen und zusammenzuarbeiten. Kapazitäten könnten so unternehmensübergreifend genutzt bzw. geteilt werden. Für Produkte werden neue digitale Vertriebswege, auch über Marktplätze, erschlossen.
Weitere Plattformen und Marktplätze unterschiedlichster Art werden in diesem Zuge aufkommen. Netzwerk-Effekte sind für all diese Plattformen erfolgsentscheidend. Denn je mehr Akteure Ressourcen anbieten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Suchende fündig werden. Künstliche Intelligenz und Big Data spielt zum aktuellen Entwicklungsstand noch keine Rolle. Eine Herausforderung für Plattformen im industriellen Kontext ist die geringe Standardisierung und Vergleichbarkeit von Produkten und Angeboten. Zudem ist häufig ein spezifisches Branchen-/Nischen-Know-how erforderlich. Diese beiden Randbedingungen begrenzen bisher die Skalierungsfähigkeit von B2B-Plattformen im Industrie-Umfeld.