Anwendungsbeispiele: Produzierende Industrie
Wertschöpfungsbereich: Logistik, Design & Engineering, Produktion & Lieferkette
Entwicklungsstadium: Marktreife / produktiver Einsatz
Unternehmensgröße: mehr als 15.000 Mitarbeiter
Region: Niedersachsen
Sekundenschnelle Fahrzeug- und Bauteilerfassung mit RFID Bild vergrößern

Sekundenschnelle Fahrzeug- und Bauteilerfassung mit RFID

© Volkswagen AG

Welche Herausforderungen galt es zu lösen und welcher konkrete Nutzen ergab sich?

Zentrale Herausforderung war die Automatisierung und Informatitisierung der Supply Chain. Fahrzeuge und verbaute Prototypenteile können sehr schnell und automatisch erkannt werden. Damit einher geht ein direkter Zugriff auf entwicklungsrelevante Prototypenteiledaten. So stehen den Mitarbeitern die richtigen Informationen zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zur Verfügung. Dies garantiert effizientere Prozesse in der Fahrzeugentwicklung.

„RFID-gekennzeichnete Prototypenteile können auf Seite der Automobilhersteller auch nach Verbau im Fahrzeug automatisch und innerhalb weniger Sekunden identifiziert werden. Damit entfallen viele der üblichen manuellen Aufwände zur Bauzustandsdokumentation während der Fahrzeug- und Bauteilerprobung." Hanno Wolff, Leiter Montage/Logistik im Vorseriencenter der technischen Entwicklung Marke Volkswagen

Wie lässt sich der Industrie 4.0-Lösungsansatz beschreiben?

Schnellere Prozesse und mehr Transparenz durch den Einsatz von Radio Frequency Identification (RFID). RFID-Einsatz ist im Gegensatz zu vorherigen Anwendungen nicht länger auf den unternehmensinternen Einsatz beschränkt, sondern findet erstmalig auch unternehmensübergreifende Anwendung.

Was konnte erreicht werden?

Radio Frequency Identification (RFID) gilt als Schlüsseltechnologie die Umsetzung von Industrie 4.0, hat sich bislang aber noch nicht flächendeckend in der Automobilindustrie durchgesetzt. Die Volkswagen AG zeigt am Beispiel des Gläsernen Prototypen erstmalig den unternehmensübergreifenden Rollout der RFID-Technologie.

Mit welchen Maßnahmen wurde die Lösung erreicht?

Das Projekt wurde 2011 vom AutoID Center des Vorseriencenter (VSC) Marke Volkswagen initiiert. Dazu wurden zunächst die erforderlichen Rahmenbedingungen, wie z. B. Hard- und Softwarestandards geschaffen und mithilfe des Verbands der Automobilindustrie (VDA) unternehmensübergreifend verankert.

Nach Aufbau der entsprechenden Infrastruktur wurde das Projekt schrittweise ausgerollt. Derzeit wird die Volkswagen AG bereits von mehr als 250 Lieferanten mit RFID-gekennzeichneten Bauteilen beliefert. Damit ist der Gläserne Prototyp derzeit das größte unternehmensübergreifende RFID-Projekt der Automobilindustrie.

Was können andere davon lernen?

Der RFID-Einsatz erfordert unternehmensübergreifende Standardisierung. Im Rahmen des Projekts Gläserner Prototyp wurden unter dem Schirm des Verbands der Automobilindustrie (VDA) entsprechende Standards geschaffen und schrittweise erfolgreich in die Praxis umgesetzt.