Puzzlestück aus den Fahnen Chinas und Deutschlands

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Die deutsche Bundesregierung hat mit China eine intensive Kooperation im Bereich Industrie 4.0 beschlossen, zur Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses sowie zur Stärkung der Zusammenarbeit. Inhaltlich geht es bei der Zusammenarbeit vor allem um die Erarbeitung harmonisierter Normen. Unternehmen beider Länder werden zudem bei Pilotprojekten sowie bei der Ausbildung und Weiterbildung im Bereich Industrie 4.0 unterstützt.

Der Start der Zusammenarbeit

Dazu wurden zwei deutsch-chinesiche Memoranden of Understanding verabschiedet. Das erste zwischen dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und dem chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) am 15. Juli 2015; das zweite als Gemeinsame Absichtserklärung zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MoST) am 19. Januar 2016. Außerdem wurde eine Unterarbeitsgruppe zur Normung im Bereich Industrie 4.0 im Rahmen der Deutsch-Chinesischen Kommission zur Zusammenarbeit in der Normung (DCKN) unter Leitung des BMWi und dem Staatlichen Amt für Standardisierung der VR China (SAC) gegründet.

Wichtige Themen der Zusammenarbeit

Zur politischen Flankierung der Kooperation wurde die Deutsch-Chinesische Arbeitsgruppe „Unternehmen zur Intelligenten Fertigung sowie Vernetzung der Produktionsprozesse (AGU)“ in Peking auf einer Auftaktveranstaltung am 18. Oktober 2016 etabliert. Hier können deutsche und chinesische Teilnehmer sektorübergreifend in direkten Austausch treten und Herausforderungen der Geschäftstätigkeit identifizieren sowie Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Rahmenbedingungen formulieren, die den politischen Dialog unterstützen. Neben Vertretern aus der Wirtschaft sind Experten aus der Wissenschaft zur Teilnahme und Diskussion eingeladen. Bisher wurde themenspezifisch zu „Datensicherheit“, „Geistige Eigentumsrechte“ und „Demonstrationsprojekte“ diskutiert. Diese Themenreihen werden nach den Bedürfnissen der Industrie weiterentwickelt und ausgebaut. Von deutscher Seite wird die AGU vom Deutsch-Chinesischen Industrie 4.0-Projekt veranstaltet, von chinesischer Seite wird sie vom China Center for Information Industry Development (CCID) mitgetragen.

Die Kooperationsprojekte

Im Rahmen der Zusammenarbeit werden Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen unterstützt und für die breite Öffentlichkeit sowie Unternehmen beider Länder sichtbar gemacht. Als Beispiele deutsch-chinesischer Kooperation im Bereich Industrie 4.0 und intelligenter Fertigung dienen sie als Referenzpunkt aus der Praxis, wie Unternehmen unterschiedlicher Branchen mit Herausforderungen im Industrie 4.0-Umfeld umgehen und gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Die Kooperation zwischen Deutschland und China wird seither in verschiedenen Formaten vertieft. Kernelemente sind die Deutsch-Chinesischen Jahrestagungen, die seit 2017 jeden November abgehalten werden. Diese finden abwechselnd in Peking und Berlin statt. Die zweite Deutsch-Chinesische Jahrestagung der Staatssekretäre und Vizeminister legte den Fokus auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für deutsche und chinesische Unternehmen für die Umsetzung von Industrie 4.0-Projekten in beiden Ländern. Die nächste Sitzung ist im November 2019 in Berlin geplant. Ergänzt wurde dieser regelmäßige Austausch im Jahr 2019 durch die Deutsch-Chinesische Konferenz „Vernetzte Autonome Systeme“, die im April 2019 im Rahmen der Hannover Messe stattfand.