Martin Kamp, Leiter der Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ auf der Hannover Messe 2018

Martin Kamp, Leiter der Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ auf der Hannover Messe 2018

© Dieter Düvelmeyer

Herausforderung und Mission: Die Arbeitswelt von morgen proaktiv gestalten

Industrie 4.0 verändert die Arbeitswelt. Neue Arbeitsbereiche entstehen, alte Bereiche sind im Wandel. Aus- und Weiterbildung sowie Beschäftigungsmodelle werden umgestaltet. Es entstehen neue agile Formen des Arbeitens. Und KI und Robotik sind im Einsatz - gemeinsam mit den Menschen.

Der Übergang in eine vernetzte Industrie und eine gute Arbeitswelt von morgen kann nur gelingen, wenn alle in den Veränderungsprozess einbezogen werden – vom Unternehmer bis hin zum Arbeitnehmer. Die Expertinnen und Experten der Plattform Industrie 4.0 bringen dafür Bildungsverantwortliche aus den Unternehmensführungen und Betriebsräte zusammen, um Leitfragen zur Arbeit, Aus- und Weiterbildung zu diskutieren.

Ziel der Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ ist es, die anstehenden Veränderungen proaktiv und sozialpartnerschaftlich zu gestalten.

Ergebnis 1: Empfehlungen zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Lernkultur in den Betrieben

Neue Technologien und Organisationsformen bieten nicht nur Chancen für Kreativität und wirtschaftlichen Erfolg, sondern sind für viele Beschäftigte auch mit Verunsicherung verbunden. Weiterbildung und eine starke Lernkultur sind zentrale Faktoren, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Sie tragen zu einem souveränen Agieren eines Unternehmens am Markt bei. Vor diesem Hintergrund haben sich die Fachleute der Plattform Industrie 4.0 mit der Frage beschäftigt, wie Unternehmen eine zukunftsfähige Lern- und Weiterbildungskultur fördern können.

In einem Impulspapier gibt die AG

  • Handlungsempfehlungen in den drei Kategorien „Unternehmens- und Führungskultur“, „Organisation und Struktur“ sowie „Selbstverantwortung“
  • Diese folgen den zentralen Prinzipien: Kooperation, Partizipation, Kommunikation, Agilität und vorausschauendes Handeln
  • Die Empfehlungen und Prinzipien können als Grundlage eines Referenzrahmenmodells für Weiterbildung dienen

Die AG ist überzeugt, mit ihren Impulsen den Wandel der Digitalisierung nachhaltig und im Sinne aller Beteiligten mitzugestalten.

Ergebnis 2: Neue Arbeitsformen – Agiles Arbeiten

Die Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ möchte Lust auf agiles Arbeiten machen. Denn Agilität bietet zentrale Antworten auf eine sich rasch ändernde und immer komplexere Arbeitswelt: Agiles Arbeiten rückt den Menschen in den Mittelpunkt der Organisationsgestaltung. So wird sie den individuellen Bedürfnissen der Beschäftigten stärker gerecht. Gleichzeitig erhöht es die Anpassungs- und Lieferfähigkeit von Organisationen – durch Selbstorganisation, interdisziplinäre Teams, iterative Verbesserung sowie einer offenen und respektvollen Feedbackkultur. Agiles Arbeiten bietet damit eine proaktiv-gestalterische Antwort auf die Rahmenbedingungen der vernetzten Industrie.

  • In einem Impulspapier beschreibt die Arbeitsgruppe die Essenz des agilen Arbeitens.
  • Sie gibt Beispiele zur Umsetzung und konkrete Empfehlungen, mit denen Interessierte Agilität direkt ausprobieren und erleben können.

Das Papier ist erst der Anfang: Die Arbeitsgruppe will die Diskussion um neue Organisationsformen von Arbeit weiterführen - anhand konkreter Erlebnisberichte.

Ergebnis 3: Beispiele zum Einsatz von KI und Robotik im Dienste der Menschen

Wie verändert KI die Arbeitswelt? Wie können wir KI nutzen, um Arbeit stärker entlang der Bedürfnisse von Menschen zu organisieren. Wie lassen sich Produktivitätssteigerungen und Innovationssprünge durch KI mit menschenfreundlicher Arbeit verbinden? Welche konkreten Initiativen ergreifen deutsche Unternehmen, um die Auswirkungen von KI und Robotik auf die Arbeitswelt zu gestalten? Diese Fragen stellt die Arbeitsgruppe Arbeit-, Aus- und Weiterbildung.

Die Schrift folgt dem Wegweiser der Arbeitsgruppe Die digitale Transformation im Betrieb gestalten. Praktiker stellen Anwendungsbeispiele spezifisch für den Bereich künstliche Intelligenz und Robotik vor. So werden Eindrücke in die Arbeit mit KI und Robotik gegeben, Unternehmen Orientierung geboten und motiviert eigene Aktivitäten zu initiieren.

Ziele: Trends in der Qualifizierung identifizieren und betriebliche Akzeptanz schaffen

Die Expertinnen und Experten der Arbeitsgruppe arbeiten daran, den Trend Künstliche Intelligenz auch im betrieblichen Lernkontext zu etablieren und zu erklären. Zusätzlich will die Arbeitsgruppe Chancen und Bedeutung des agilen Arbeitens aufzeigen, Qualifizierung im „white collar“ Bereich in ihre Betrachtungen aufnehmen und weiterhin die Neuordnung der Ausbildungsverordnungen begleiten. Sie arbeitet zudem an einer Strategie zur Akzeptanz für Industrie 4.0 in den Betrieben.

Arbeitsstrukturen: Das Netzwerk aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern

Knapp 40 Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter aus Konzernen und aus mittelständischen Unternehmen treffen sie sich vier bis fünfmal im Jahr. In zwei Unterarbeitsgruppen und einer Vordenkergruppe wird zusätzlich diskutiert und Ergebnisse produziert:

  • Unterarbeitsgruppe: Agiles Arbeiten
  • Unterarbeitsgruppe: Aus- und Weiterbildung
  • Vordenkergruppe: Künstliche Intelligenz