Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Gespräch mit seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron.

Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Gespräch mit seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron.

© BMWi/Michael Reitz

Der Grundstein für die Kooperation der beiden Initiativen wurde im Oktober 2015 auf einer hochrangig besetzten Konferenz zur Digitalisierung in Paris gelegt: der „Conférence Numérique”. An diesem Auftakttreffen nahmen Präsident Hollande, Bundeskanzlerin Merkel, die Wirtschaftsminister Macron und Gabriel sowie der Präsident der Europäischen Kommission Juncker teil. Im Anschluss daran wurde im Rahmen mehrerer Zusammenkünfte ein Aktionsplan für die künftige Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Digitalisierung entwickelt. Die Kooperation ist eng mit den europaweiten Aktivitäten verbunden und weist folgende Schwerpunkte auf:

Anwendungsszenarien und Anwendungsbeispiele

Beide Initiativen arbeiten an umfassenden, gemeinsam entwickelten Anwendungsszenarien, in denen die Anforderungen der Kunden in den Mittelpunkt gestellt werden. Sie beschreiben die Zukunft der Industrie, die von neuen Produktionsmethoden und digitalen Technologien geprägt sein wird. Damit sich Unternehmen aktiv mit der digitalen Transformation auseinandersetzen können, ist es wichtig, ihnen Informationen über konkrete Anwendungsbeispiele in den Bereichen „Industrie du Futur“ und „Industrie 4.0“ zur Verfügung zu stellen – vorrangig aktuelle Beispiele von Fertigungsprozessen sowie Pilot- und Forschungsprojekten. Stetig kommen neue Anwendungsbeispiele hinzu, und diese werden die beiden Industrie-Initiativen im Rahmen der Hannover Messe im April 2016 vorstellen. Es werden „Landkarten“ erstellt und miteinander verknüpft. In der zweiten Hälfte des Jahres wird eine Liste von weiteren gemeinsamen Anwendungsszenarien veröffentlicht.

Technologie und Testinfrastruktur

Ferner werden sich beide Initiativen bei Technologieentwicklungen intensiv auszutauschen. Zudem ist eine gemeinsame Nutzung von Testzentren – ein „international lab network” – in beiden Ländern geplant. Beide Initiativen haben Zugang zu verschiedenen Testzentren in ihren Ländern und stellen diese als Testumgebungen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zur Verfügung. Aus den gemeinsamen Tests entstehen Impulse für Standards und Normen, die schließlich den Standardisierungsgremien zur Verfügung gestellt werden. Die ersten entsprechenden Anwendungsbeispiele werden für die zweite Hälfte des Jahres erwartet.

Standardisierung

Interoperabilität und globale Standardisierung sind in diesem Kontext von großer Bedeutung. Um die Standardisierung voranzutreiben und den EU-Binnenmarkt auf dem Gebiet der Digitalisierung zu stärken, haben sich beide Initiativen darauf geeinigt, einen gemeinsamen Rahmen weiterzuentwickeln, der vom Referenzmodell RAMI 4.0 (Reference Architecture Model Industrie 4.0) abgeleitet ist. Weitere Themenfelder sind Robotik und Additive Manufacturing. Die erste Fassung eines gemeinsamen Aktionsplans für die internationale Standardisierung wird Ende 2016 vorliegen.

Ausbildung und Veränderungen bei Kompetenzanforderungen und Arbeitsorganisation

Um die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Arbeitskräften auch in Zukunft sicherzustellen, haben beide Initiativen eine engere Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Forschungsinstitutionen vereinbart. Eine deutsch-französische Akademie ist im Aufbau.

Über Alliance Industrie du Futur

Die Alliance Industrie du Futur, gegründet im Juli 2015, bringt Industrie, den digitalen Sektor und wissenschaftliche Einrichtungen zusammen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: Frankreich an der Spitze des weltweiten industriellen Umstrukturierungsprozesses zu positionieren. Die Alliance Industrie du Futur hat den Auftrag, das nationale „Industry of the Future”-Projekt, das von der französischen Regierung im April 2015 eingeführt wurde, im Rahmen der Restrukturierungsmaßnahmen des „New Face of Industry in France“ umzusetzen. In einer Welt, in der neue Anwendungen auf digitalen Strukturen, additiver Herstellung, neuen Materialien und fortgeschrittener Robotik basieren und in der die Trennlinien zwischen Industrie und Dienstleistungen zunehmend verschwimmen, soll die Alliance Industrie du Futur Unternehmen bei der Transformation ihrer Geschäftsmodelle, ihrer Organisation und ihrer Struktur sowie beim Marketing unterstützen.

Für weitere Informationen zur Alliance Industrie du Futur kontaktieren Sie bitte Tahar Melliti, Alliance Industrie de Futur General Manager (tahar.melliti@industrie-dufutur.org).