Das PAiCE Programm präsentiert sich auf der Hannover Messe 2018

Das PAiCE Programm präsentiert sich auf der Hannover Messe 2018

© Andrea Janssen

Roboter, die ihren menschlichen Kollegen in der Montage zur Hand gehen, oder individuell designte Fahrzeugteile aus dem 3D-Drucker: All das liegt nicht mehr in der weit entfernten Zukunft, sondern wird schon heute in Forschungsprojekten innerhalb des Technologieprogramms PAiCE für den praktischen Einsatz erprobt. Im Fokus stehen zukunftsweisende Technologien in den Clustern Engineering, Logistik, Robotik, Additive Fertigung und industrielle Kommunikation.

Die in den PAiCE-Projekten geförderten Technologieentwicklungen werden zu Veränderungen der Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsnetzwerke führen. Beispielsweise entstehen digitale Plattformen für kollaborative Entwicklungen in der Servicerobotik, um die Technik auch für kleine Unternehmen erschwinglich zu machen. Die Arbeitsgruppe „Kooperative Geschäftsmodelle für digitale Plattformen“ der Begleitforschung dient dabei dem Erfahrungs- und Wissensaustausch der Projektbeteiligten zu rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen und Lösungsansätzen sowie zu neuen methodischen Ansätzen zur Entwicklung von Geschäftsmodellen und neuen Wertschöpfungsnetzwerken.

In den Arbeitsgruppenworkshops werden konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Entwicklung und Umsetzung neuer kooperativer Geschäftsmodelle und Wertschöpfungssysteme bzw. digitaler Plattformen in den einzelnen Clustern thematisiert. So entstanden bereits generische Wertschöpfungsnetzwerke, die wesentliche Akteure und deren Beziehungsebenen (Flüsse von Daten, Produkten, Services und Zahlungen) für die Cluster Robotik, Logistik, Engineering und Additive Fertigung beschreiben. Dabei wurde deutlich, dass bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Wertschöpfungsnetzwerke und kooperativer Geschäftsmodelle eine frühzeitige Einbindung von rechtlicher Expertise, wie z.B. zur Datenschutz-Grundverordnung sinnvoll ist. Die Begleitforschung konstruierte daher basierend auf Informationen aus den Förderprojekten beispielhafte rechtliche Fallkonstellationen und Fragestellungen. Im Rahmen des letzten Arbeitsgruppenworkshops im Dezember 2018 wurden daraus mögliche clusterspezifische juristische Lösungsansätze von projektübergreifender Relevanz abgeleitet. So wurde zum Beispiel mit den Rechtsexperten über Haftungsfragen in der Logistik diskutiert: Geht ein Bauteil während des Transports kaputt und wird fehlerhaft verbaut, obwohl jeder Schritt der Logistikkette mit Sensoren erfasst wird, stellt sich die Frage, wer am Ende den Mehraufwand in der Produktion zahlen muss.

Ergebnis der Arbeitsgruppenarbeit werden zwei praxisorientierte Leitfäden sein. Der eine Leitfaden behandelt die Nutzung unterschiedlicher Methoden innerhalb der jeweiligen Phasen der Geschäftsmodell-Entwicklung. Der andere Leitfaden beinhaltet konkrete rechtliche Fallkonstellationen und Lösungsansätze für die Entwicklung und Umsetzung neuer Wertschöpfungsnetzwerke und kooperativer Geschäftsmodelle. Beide Leitfäden werden auch  Erfahrungsbeispiele und Use Cases aus den PAiCE-Projekten enthalten.

Weitere Informationen zu den Projekten, der Begleitforschung und den Publikationen des Technologieprogramms PAiCE finden Sie hier.