Die Valder Kunststoffverarbeitungs GmbH lebt die Digitalisierung auf allen Ebenen im Unternehmen.

Die Valder Kunststoffverarbeitungs GmbH lebt die Digitalisierung auf allen Ebenen im Unternehmen.

© Valder Kunststoffverarbeitungs-GmbH

Das 1958 von Werner Valder gegründete Unternehmen ist auf Kunststoff-Spritzguss-Fertigung spezialisiert und bietet die Montage von kleineren Baugruppen an. Beliefert werden zahlreiche Branchen: von der Automobilindustrie über die Medizintechnik bis hin zur Möbelindustrie. Um die Weiterentwicklung der Digitalisierung in diesem KMU kümmert sich der studierte Medien-Manager Lutz Villalba gemeinsam mit seiner Mutter und Geschäftsführerin Monika Villalba und einem Maschineneinrichter.

IT-Exzellenz hat sich als zentrales Thema im Unternehmen etabliert. Beschäftigte werden gefördert und gefordert, sich um IT-basierte Belange in ihrem Alltag selbst zu kümmern, im Internet nach Lösungen zu suchen oder sich bei fachspezifischen Fragen an Kollegen zu wenden. Die Lösungsstrategie beschreibt sehr gut die Haltung des Unternehmens: „Wir kultivieren einen offenen Austausch schon auf einem sehr niedrigen Level, weil es erst dann auch auf einem höheren Level funktioniert“, fasst es Villalba zusammen. Zur IT-Exzellenz gehören auch der gezielte Einsatz der Firmen-Website als Marketing-Kanal und der Einsatz von moderner Software.

Erfahrungen und Ideen sammelte Lutz Villalba in der Berliner Startup-Szene. In Berlin hat das Unternehmen zugleich einen zweiten Standort – ein Digital Lab. „Wir investieren in Software, die auch Startups nutzen, die nicht limitiert, sondern offen ist, API-Schnittstellen bietet und von der Oberfläche her sehr nutzerfreundlich ist.“ Diese Denke werde vom Team gut angenommen und sei in die „digitale DNA“ übergegangen.

Auch im Bereich der Automatisierung folgt das Unternehmen einem klaren Ziel: „Wir rüsten schon seit Jahren unsere Produktionszellen nach und automatisieren diese. Dies werden wir zeitnah in unserem Maschinenpark umfassend umsetzen“, erklärt Villalba. „Mittelfristig möchte das Unternehmen seine Beschäftigten bei dieser Arbeit durch eine künstliche Intelligenz unterstützen. Aus diesem Grund bin ich auf das Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) als ein Partner innerhalb des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Kaiserslautern zugegangen.“ Gerade bei Kleinserien sei dies besonders interessant, denn häufiges, langwieriges Umrüsten von Maschinen stelle einen großen Kostenfaktor dar. Eine schnelle Reaktionszeit auf Kundenanfragen sei sehr wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. „Wenn ein System auf Basis künstlicher Intelligenz dem Einrichter assistiert, können wir Kleinserien für Kunden viel flexibler und effizienter produzieren“, so der Experte.

Valder Kunststoffverarbeitung steht auch dem Thema „Cloud“ grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Man hat im Familienunternehmen verstanden, dass die zunehmende Vernetzung eine Datenfülle generieren wird, in der ein Wert steckt. „Für uns ist klar, dass wir nicht alle Daten, die wir kreieren, auch selbst auswerten werden oder wollen. Diese Wertschöpfung wird jemand anderes übernehmen“, meint Villalba. „Wenn wir davon profitieren, dass jemand die Daten wertschöpft und wir dadurch effizienter werden, sind wir offen, die Daten zu teilen.“ Auch hier zeigt sich, wie visionär das Unternehmen ist. Der Medien-Manager berichtet, dass die Firma mit dem Gedanken spiele, eine Open Data Factory zu installieren. Wird die Open Data Factory zur Realität, würde das Unternehmen Valder einen Großteil der Maschinendaten – Stückzahlen, Energieverbrauch etc. – mit der Welt teilen, um zu prüfen, wer Interesse daran hat. „Sensible Daten der Kunden werden wir natürlich nicht teilen“, erklärt er mit Nachdruck. Villalba nimmt das Thema IT-Sicherheit sehr ernst.

Für Lutz Villalba kommt derzeit nicht in Frage, Maschinen selbst ans Internet anzuschließen, da eine ausreichende Sicherung vor Hackern noch nicht gewährleistet werden kann. Dennoch sieht er auch hier noch großes Potenzial. „Irgendwann wird es auch dafür ein Startup geben, das Maschineneinrichtungen aus der Cloud anbietet“, prophezeit der Experte. Diese zukunftsgewandte Einstellung zeigt: Lutz Villalba denkt die Digitalisierung in allen Unternehmensebenen mit und greift, um seine visionären Pläne im Bereich der künstlichen Intelligenz und der Nutzung von generierten Daten umsetzen zu können, sowohl auf seine Erfahrungen aus der Startup-Szene als auch auf bestehende Unterstützungsstrukturen wie das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Kaiserslautern zurück.

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Der Bericht zu diesem Praxisbeispiel stammt vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern.