Beispielarbeitsplatz mit dem ELAM-System und ausgerüstetem Pick to Light-System, zur visuellen Anzeige der korrekten Bauteile um Pickfehler zu vermeiden

Beispielarbeitsplatz mit dem ELAM-System und ausgerüstetem Pick to Light-System, zur visuellen Anzeige der korrekten Bauteile um Pickfehler zu vermeiden

© Armbruster Engineering GmbH & Co. KG

Welche Voraussetzung gibt es?

Viele KMU haben erste Ideen entwickelt, wie sie digitale Lösungen in ihr Unternehmen einbinden können. Für die Umsetzung fehlt es vielleicht an Investitionsmitteln, passenden Testmöglichkeiten oder dem nötigen Know-how. Die Förderung kann für Pilotanwendungen beantragt werden, die den Einsatz von Industrie 4.0 in den KMU voranbringen. Dazu gehören die Entwicklung, Erprobung oder Anpassung neuer digitaler Produkte, innovative Systemansätze und damit zusammenhängender vernetzter Geschäftsmodelle. Unternehmen können entweder selbst eine Testumgebung vorschlagen oder die nationale Kontakt- und Koordinierungsstelle sucht eine geeignete Testumgebung aus und schlägt diese dem KMU vor.

Welche Unterstützung gibt es beim Förderantrag?

Die I4KMU Koordinierungsstelle hilft interessierten KMU bei der Erstellung einer Projektskizze. Diese wird durch eine Gutachterrunde bewertet und ggf. zur Förderung empfohlen. Auch bei der anschließenden Antragsstellung, die in einem vereinfachten Verfahren durchgeführt wird, können die I4KMU Koordinierungsstelle und der Projektträger helfen.

Wann können Projektskizzen eingereicht werden?

Das BMBF hat den DLR Projektträger beauftragt, die beschriebene Fördermaßnahme durchzuführen. Nach dem derzeitigen Stand können Projektskizzen dort zum Stichtag 15. Januar 2018 eingereicht werden.

Beispielprojekt: Leitsystem mit Gestensteuerung

Die Firma Armbruster Engineering (AE) arbeitet mit dem eigens entwickelten Produktionsleitsystem ELAM (Elektronische Linien-Anbindung von Montageanlagen). Das digitale Assistenzsystem vernetzt die Montage: Alle erforderlichen Informationen aus übergelagerten ERP-Systemen werden dem Mitarbeiter am Hallenboden zur Verfügung gestellt, bis hin zur arbeitsschrittsynchronen Parametrierung seiner Werkzeuge und Messmittel.

Mit der Förderung des BMBF wird nun eine Erweiterung der ELAM-Plattform getestet werden: Mit Hilfe von Tiefensensoren werden die Bewegungsdaten der Mitarbeiterhände erfasst und in einem zusätzlichen Systemmodul analysiert. Es soll ein Verfahren zur robusten Erfassung der Hände und zur sicheren Klassifizierung von Bewegungsmustern implementiert werden. Ziel ist es, die Daten zur Eingriffskontrolle, zum automatischen Weiterschalten von Arbeitsanweisungen durch bspw. Gestensteuerung und zur Analyse der Arbeitsvorgänge mit bspw. Prozessbausteinen wie MTM-1 und UAS sowie der Primär- und Sekundäranalyse zu verwenden.

Armbruster hat in dem Projekt auch das wichtige Thema Datenschutz auf dem Radar: Die Betriebsräte der Firmen werden in die Entscheidungsprozesse einbezogen. Für Pilotprojekte arbeitet Armbruster mit freiwilligen Probanden. Die Daten werden ausschließlich anonymisiert gespeichert. Wenn zum Beispiel ein Electronic-Key-System zur Identifizierung des Mitarbeiters genutzt wird, sind die Daten im System anonymisiert gespeichert und nur mit einer Nummer versehen. Es werden keine persönlichen Daten der Mitarbeiter gespeichert. Nur Parameter wie die Tischhöhe und Körperhaltung werden analysiert, um die Mitarbeiter zu unterstützen und ihnen eine optimale Arbeitsumgebung zu schaffen.

Die Zusammenarbeit mit einer Testumgebung, dem Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH an der Universität Bremen (BIBA), vermittelt Erfahrung in der Programmierung und im Einsatz von Tiefensensoren zur Erkennung der Entnahme von Bauteilen im Bereich der Logistik.

Hier geht es zur Nationalen Kontakt- und Koordinierungsstelle.