IT-Sicherheit: Schloss

IT-Sicherheit

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Mehr Schutz für Menschen und Daten in der digitalen Welt – das ist der Leitgedanke des Forschungsrahmenprogramms „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt“: alle Menschen sollen ihr Recht auf Privatsphäre in der digitalen Welt wahrnehmen können und Unternehmen sollen ihre Daten vor Cyberangriffen schützen können.

Damit dies gelingt, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Forschungsrahmenprogramm vier Schwerpunkte verankert: Hightech für die IT-Sicherheit, sichere und vertrauenswürdige IKT-Systeme, Privatheit und der Schutz von Daten sowie IT-Sicherheit in den Anwendungsfeldern, darunter IT-Sicherheit für Industrie 4.0.

Der beste Schutz vor Hackerangriffen auf vernetzte Produktionsanlagen ist das Wissen über die Methoden der Angreifer. Mit dem Einsatz von Honeypots wird ein Einblick in die Angriffsstrategien möglich. Honeypots sind Computerressourcen, die Hacker anlocken, um mehr Informationen über ihre Angriffsmuster zu erhalten. Im Nationalen Referenzprojekt IT-Sicherheit für Industrie 4.0 (IUNO) wurde ein solches Honeynet entwickelt und potenziellen Angreifern zugänglich gemacht. Innerhalb von Minuten starteten die ersten Angriffe auf das Netzwerk. Fast ein Jahr später registrierten die Forscherinnen und Forscher insgesamt knapp 12 Millionen Zugriffe von über 200.000 verschiedenen Quellen.

Ob Hacker die Fertigung stören oder einen heimlichen Zugang zum Unternehmensnetz und damit zu sensiblen Geschäftsdaten herstellen – den geschädigten Unternehmen entstehen in der Regel erhebliche finanzielle Verluste. Die finanziellen Folgen der letzten weltweiten Cyber-Attacken beispielsweise sind weit schwerwiegender als bislang angenommen. Auch in Deutschland standen in einigen Unternehmen über eine Woche die Produktion oder andere kritische Geschäftsprozesse still. Mehrere Firmen melden bereits Schäden in Millionenhöhe, darunter auch internationale Großkonzerne. Die jährlichen Schäden aufgrund von Datendiebstahl, Spionage und Sabotage liegen bereits nur für die deutsche Industrie bei über 22 Milliarden Euro pro Jahr (laut Bitkom-Studie von Jahr 2016).

Für die Laufzeit von 2015–2020 plant allein das BMBF über 180 Millionen Euro für das Forschungsrahmenprogramm zur Förderung der IT-Sicherheit bereitzustellen. Diese Fördermittel sollen neue Lösungen für den Schutz vor Wirtschaftskriminalität und Industriespionage in Wertschöpfungsketten der vernetzten Produktion hervorbringen. Die Herausforderungen bleiben groß: im industriellen Umfeld ist die Heterogenität und Langlebigkeit von Maschinen und Anlagen ein Problem. Betriebszyklen verlaufen teilweise über Monate, Wartungsfenster stehen nur begrenzt zur Verfügung. Sicherheitslösungen sollten, soweit möglich, standardisiert sein bzw. auf standardisierte Schnittstellen setzen, damit der Wettbewerb nicht behindert wird und kostengünstige Lösungen ermöglicht werden.

Weitere Informationen zum Forschungsrahmenprogramm finden Sie hier.

Aktuelle Ausschreibung des BMBF

Momentan läuft eine Ausschreibung des BMBF zur Förderung widerstandfähiger IT-Systeme. Das BMBF will Verbundprojekte von Wissenschaft und Wirtschaft in interdisziplinärer Zusammensetzung fördern. Die Ausschreibung ist Teil des Förderprogramms „IKT 2020 – Forschung für Innovationen“.

Das Ziel: die Projekte sollen theoretische Ansätze zur Erzielung von Resilienz– also Fehlertoleranz und Stabilität – in die praktische Anwendung übertragen.

Der Hintergrund: in den zunehmend komplexeren Produktionsnetzwerken werden einzelne IT-Systeme und Hardware-Komponenten in komplexen Produktionsnetzwerken ständig verändert oder ausgetauscht. Damit keine Kettenreaktion entsteht, brauchen die einzelnen Softwaresysteme eine hohe Fehlertoleranz und Stabilität. Nur so können sie in diesem dynamischen Umfeld stabil funktionieren.

Projektskizzen können bis 30.11.2017 vorgelegt werden. Details zur Förderbekanntmachung finden Sie hier.