Im Nationalen Referenzprojekt IUNO beschäftigt sich Expertinnen und Experten mit Fragen der IT-Sicherheit in der Industrie 4.0

Im Nationalen Referenzprojekt IUNO beschäftigt sich Expertinnen und Experten mit Fragen der IT-Sicherheit in der Industrie 4.0

© IUNO

Der jüngste Cyberangriff „WannaCry“, der viele britische Krankenhäuser betraf, hat zahlreiche Diskussionen entfacht. Medizinische Einrichtungen müssen ihre IT-Systeme besser vor Hackerangriffen schützen, fordern nun Stimmen aus Politik und Gesellschaft. Denn die Vernetzung über Unternehmensgrenzen hinweg macht Firmen angreifbar. Auch im Gesundheitswesen erfolgt die Kommunikation verschiedener Geräte über ein oder mehrere Netzwerke. Es werden hochsensible Daten zwischen Ärzten und Patienten ausgetauscht. Gelingt es Hackern nun in das Netzwerk einzudringen, hat das nicht nur Datenklau zur Folge. Es gefährdet vielmehr das Leben des Patienten, da es auch zu Störungen der Medizintechnik in Operationssälen oder auf Intensivstationen kommen kann.

Werfen wir einen Blick auf die personalisierte Medizin. Hier wird es möglich, für jeden Patienten ein exakt passendes Medikament zu erstellen. Es muss also dafür Sorge getragen werden, dass Patient und Medikament zu jeder Zeit identifizierbar sind und es bei der Vergabe nicht zu Verwechslungen kommt. IUNO widmet sich nun genau diesen möglichen Angriffsszenarien und entwickelt Schutzmaßnahmen für eine sichere Industrie 4.0. Das Nationale Referenzprojekt betrachtet die vier Ebenen sichere Prozesse, sichere Daten, sichere Dienste und sichere Vernetzung.

Mithilfe des visuellen Security-Leitstands Angriffe von außen abwehren

Eines der Kernthemen von IUNO ist beispielsweise die Sicherheitsüberwachung von Produktionsnetzwerken. Während Angriffe auf Produktionsnetzwerke oft einfach nur teuer sind, weil die Fabrik stillsteht und Manipulationen der Daten im Wesentlichen Einfluss auf die Qualität von Produkten haben können, stehen im Gesundheitsbereich schnell Menschenleben auf dem Spiel. IUNO entwickelt in diesem Zusammenhang einen visuellen Security-Leitstand, welcher Produktionsnetzwerke überwacht. Dabei werden Daten aus unterschiedlichen Quellen erfasst. So wird etwa der Netzwerkverkehr überwacht, um zu erfassen, ob sich nur berechtigte Geräte im Netzwerk befinden und dass Nachrichten, welche diese verschicken, nicht auf dem Weg vom Sender zum Empfänger manipuliert werden. Selbstlernende Algorithmen erkennen Anomalien – Abweichungen vom regulären Datenverkehr. Anomalien können auf einen Angriff hindeuten. Der Leitstand sammelt die Daten, führt sie zusammen, und visualisiert das Ergebnis so, dass auch Laien Probleme sofort erfassen und darauf reagieren können.

Wenn sich fremde Identitäten im Kommunikationsnetz befinden

Leitstände, die im Produktionsprozess Signale abgeben, wenn sich Abweichungen im Netzwerk ergeben, sind nicht neu. Das Netzwerk kann in diesem Fall heruntergefahren und überprüft werden. Der Visuelle Security-Leitstand setzt bereits einen Schritt früher an. Er sendet bereits Signale, sobald sich falsche Identitäten oder fremde Notebooks im Kommunikationsnetz befinden. Unternehmen erhalten in Echtzeit Informationen über ungewollte Kommunikationsstrecken, Manipulationen oder Anomalien. Die in IUNO erforschten und eingesetzten Werkzeuge können also Hackerangriffe von außen erkennen, bevor es den Angreifern gelingt, Schaden im Netzwerk anzurichten.

Mehr Informationen zu IUNO, dem Nationalen Referenzprojekt zur IT-Sicherheit in Industrie 4.0, finden Sie unter: www.iuno-projekt.de