Mobile Devices ermöglichen es, Produktionskennzahlen direkt an der Webmaschine zu analysieren.

Mobile Devices ermöglichen es, Produktionskennzahlen direkt an der Webmaschine zu analysieren.

© STFI/Fotograf Wolfgang Schmidt

Um in der Herstellung von Hightechtextilien vorne mit dabei zu bleiben, braucht es stetig Innovation und viel Pionierarbeit. Mit Hilfe von Industrie 4.0-Lösungen kann sich die deutsche Branche flexibilisieren, individualisieren und deutlich von der Massenproduktion abheben. FutureTEX will diesen Weg aufzeigen und vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen erleichtern. Mit einem Anwendungszentrum geht futureTEX deshalb in die Breite – auf Veranstaltungen wie der Seminarreihe „Stoffwechsel – Industrie 4.0 in der Textilbranche “, mit Publikationen und Werkstätten (z.B. der KompetenzWerkstatt) lernen kleine und mittelständige Textilunternehmen die maßgeschneiderten Industrie 4.0-Lösungen kennen und sollen sie zukünftig auch nutzen. Hierfür wird futureTEX im Rahmen des Programms „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Die klassische Industrie hat vorgemacht, wie die Digitalisierung gestaltet werden kann. Das Anwendungszentrum von futureTEX nutzt dieses Wissen durch die enge Zusammenarbeit mit der Industrie und hat die „Industrie 4.0-Hotspots“ der Textilindustrie rausgefiltert.

Die größte Herausforderung in der textilen Wertschöpfungskette liegt darin, dass sich von Prozessstufe zu Prozessstufe die Werkstoffform verändert. Während des Fertigungsprozesses wandelt sich die Faser über fadenförmige Strukturen hin zu flexiblen flächigen Substraten. Diese werden im weiteren Verlauf mit Oberflächenmodifizierungsverfahren bearbeitet. Um diesen Prozess intelligent und effizienzsteigernd zu begleiten, zeigt futureTEX mit ihrem Anwendungszentrum passgenaue Industrie 4.0-Lösungsansätze auf. Dabei arbeitet das Forschungszentrum eng zusammen mit allen involvierten Bereichen – von Maschinenbedienung, Produkt- und Technologieentwicklung, Produktionsmanagement, IT-Infrastruktur und technische Gebäudeausrüstung. Das ermöglicht eine umfassende Betrachtung und die Entwicklung bereichsübergreifender Industrie 4.0-Lösungen.

An verschiedenen Demonstratoren kann die sich selbstorganisierende dezentrale Steuerung betrachtet werden und auch eine selbstlernende zentrale Fertigungssteuerung können interessierte Unternehmen unter die Lupe nehmen. Beide Steuerungen sind so gestaltet, dass ein durchgängig schneller und sicherer Produktionsdurchlauf gewährleistet ist. Prozessfehler werden auf ein Minimum reduziert – die Prozessqualität deutlich erhöht.

Die Demonstratoren bieten Mittelständlern einen Einblick in die Welt von Industrie 4.0 und wie sie von dieser profitieren können. Zusätzlich dienen die Demonstratoren als Forschungsobjekte und sollen den Forscherinnen und Forschern bei futureTEX Aufschluss darüber geben, ob verschiedene Produkte tatsächlich wandlungsfähiger und flexibler produziert werden können – wie dies schon häufig beim gelungenen Einsatz von Industrie 4.0-Lösungen zu beobachten war. Damit einher geht die Auswertung von zusätzlich erfassten Informationen zum Produktionsprozess. Schon jetzt lässt sich sagen: Die Zunahme an Informationen zum Prozessablauf bietet zusätzlich mehr Prozesstransparenz und der gesamte Prozess wird kontrollier- und optimierbarer. Wo Optimierungen möglich sind und wie die erfassten Daten für mehr Kontrolle sorgen können, daran arbeiten die Forscherinnen und Forscher aktuell.

Schon jetzt lässt sich im Anwendungszentrum sehen, dass die Qualität gesteigert und Kosten gesenkt werden können und die Produktionsdurchlaufzeit sich verringert. Wie sich die neuen gesammelten Daten optimal nutzen lassen und wie die konkrete Umsetzung in einzelnen Textilunternehmen aussehen kann, gilt es für die futureTEX-Mitarbeiter noch zu erforschen. Die vierte industrielle Revolution, so ist sich futureTEX jedoch sicher, wird in naher Zukunft auch Einzug in die Textilbranche erhalten.

www.futuretex2020.de