KI-gestützte Zero-Trust-Architektur für Industrie 4.0 (cover)

© Plattform Industrie 4.0

„Niemals vertrauen, immer prüfen“: Nach diesem Prinzip funktioniert eine Zero-Trust-Architektur (ZTA). Wichtig wird das Prinzip überall dort, wo Systeme automatisiert Daten austauschen, etwa in Datenräumen oder zwischen autonomen Produktionseinheiten. Die Arbeitsgruppe "Sicherheit kollaborativer Ökosysteme" der Plattform Industrie 4.0 geht seit Längerem einer Frage nach: Kann KI solche Prüfprozesse sinnvoll unterstützen, und wenn ja, bei welchen Aufgaben? Kann sie zum Beispiel Governance-Regeln im Einklang mit der KI-Verordnung ableiten, Prüfabläufe für Maschinen skripten oder Sicherheitsentscheidungen nachvollziehbar dokumentieren?

Erste Ergebnisse hat die Arbeitsgruppe auf der Hannover Messe vorgestellt. Danach folgte die Publikation KI-gestützter Zero-Trust-Architektur. Ein Proof of Concept zeigt darin, wie Large Language Models (LLMs) Unternehmen bei Analyse, Regelgenerierung und Dokumentation unterstützen können. Voraussetzung ist, dass sie kontrolliert, nachvollziehbar und unter menschlicher Aufsicht eingesetzt werden. In einem Webinar hat die Arbeitsgruppe die Ergebnisse nun vertieft.

Damit hat die Gruppe um AG-Leiter Michael Jochem (Bosch), Bernd Kosch (Leitenden der UAG KI für I40-Security), Thomas Walloschke (secon trust consult) und Michael Schmitt (SAP) in der Fachcommunity eine Diskussion angestoßen. Im Mittelpunkt steht ein Prozess, mit dem sich KI so nutzen lässt, dass deren Ergebnisse verlässlich und prüfbar sind. Der Ansatz beruht auf vier Schritten:

  • mehrere Modelle mehrfach befragen,
  • die Antworten standardisiert in festgelegten Formaten ausgeben,
  • die Schwerpunkte der Aussagen identifizieren (den „wahren Kern“),
  • die Ergebnisse selbst überprüfen.

Der gesamte Ablauf ist automatisiert. Damit lässt sich KI auch für kritische Bewertungen einsetzen, die regelmäßig wiederholt werden müssen.

Jetzt geht die Arbeitsgruppe einen Schritt weiter. Im GitHub-Repository ZTA-Industrial-AI dokumentiert sie, wie eine Zero-Trust-Architektur für industrielle KI-Anwendungen entsteht und umgesetzt wird und ordnet das Thema in den Kontext von Industrie 4.0 und KI-Verordnung ein. Das Rpository enthält außerdem praktische Proof-of-Concept-Umsetzungen für ausgewählte Anwendungsfälle. Das Ziel sind vertrauenswürdige, sichere und überprüfbare KI-Systeme in Fertigungsunternehmen.

Alle Inhalte sind offen nutzbar. Code steht unter der Apache-Lizenz 2.0, Dokumentation unter CC BY 4.0. Unternehmen, Entwicklerinnen und Entwickler sind eingeladen, die Ergebnisse zu erproben und weiterzuentwickeln!