Teilnehmende der neuen Leitungsrunde der Plattform Industrie 4.0.

Am 3. Juli 2026 kam in Berlin unter Beteiligung von Bundesministerin Reiche die neue Leitung der Plattform Industrie 4.0 zur konstituierende Sitzung zusammen.

© Bundesministerium für Wirtschaft und Energie / Susanne Eriksson

Die Plattform Industrie 4.0 wird ab heute zum zentralen Strategie- und Umsetzungsnetzwerk für industrielle KI in Deutschland ausgebaut – mit einer entscheidungsfähigen Struktur von der ersten Idee bis zur skalierbaren industriellen Anwendung. Dafür setzen sich künftig deutlich mehr Industrieunternehmen als bislang ein: Neben Forschungsinstituten wie acatech und Fraunhofer Gesellschaft werden sich 17 Unternehmen aus der Breite der deutschen Wirtschaft aktiv einbringen.

Das gemeinsame Ziel der Akteure: Bis 2030 sollen KI-Anwendungen flächendeckend in der deutschen Industrie verankert werden, um Deutschlands technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Als Zielbild dient der bereits auf der Hannover Messe 2026 vorgestellte Industrial AI Stack.

Für die Neuausrichtung wurden unter der neuen Plattform-Leitung durch Siemens und Trumpf vier zentrale Schritte festgelegt.

  1. Entwicklung, Aufbau und Nutzung eines Ökosystems für industrielle KI
    Bis September 2026 stellt die Plattform einen Arbeitsplan für die Bereiche Infrastructure, Data, Industrial Foundation Models und AI-Applications sowie Rahmenbedingungen auf. Dieser umfasst Ziele, Indikatoren und Zuständigkeiten. Erste Maßnahmen werden noch bis Dezember 2026 begonnen.
  2. Öffnung der Plattform Industrie 4.0 für weitere Unternehmen und Akteure
    Die Plattform ist das zentrale Strategienetzwerk für industrielle KI in Deutschland. Bis Ende 2026 werden Aktivitäten eingeleitet, um neue Anwenderbranchen, Tech-Unternehmen, den Mittelstand und Start-ups für die Plattform zu gewinnen. Bis Ende 2027 wird so die Anzahl der aktiv mitwirkenden Akteure signifikant erhöht.
  3. Priorisierung des Transfers in den Mittelstand
    Die Plattform gründet sofort eine Arbeitsgruppe zum Thema Mittelstand und Transfer. Diese widmet sich Fragen der Skalierung und Anwendung im Mittelstand.
  4. Neue agile Strukturen für die Plattform Industrie 4.0
    Die Plattform etabliert ab sofort neue Strukturen und definiert die Zusammensetzung der Gremien. Diese umfassen eine hochrangige Leitung, einen engagierten Steuerkreis sowie flexible und neue Arbeitsgruppen, die die Ziele der Plattform verfolgen.

Mit Blick nach vorn stehen bereits konkrete Meilensteine fest: Im September 2026 wird der zentrale Arbeitsplan finalisiert und auf der Veranstaltung „Community-Days" vorgestellt. Den Abschluss des Jahres bilden im Dezember 2026 eine KI-Konferenz des Bundeswirtschaftsministeriums und der offizielle Umsetzungsstart der neuen Maßnahmen.

*: Die neue Leitungsrunde der Plattform Industrie 4.0 (v.l.n.r.): Dr. Sebastian Beck (Festo SE + Co KG), Alexander Jakschick (VDMA e. V.), Dr. Thomas Koenen (BDI e. V.), Dr. Daniel Boese (emb-papst Gruppe), Dr. Tanja Rückert (Robert Bosch GmbH), Cedrik Neike (Siemens AG), Henrik Schunk (SCHUNK SE + Co KG), StS Rolf-Dieter Jungk (BMFTR), Dr. Raymond Wittmann (BMW AG), Elke Anderl (Deutsche Telekom AG), Stephan Ilaender (Schwarz Digits KG), Dr. Thomas Scheider (Trumpf SE + Co KG), BMin Katherina Reiche (BMWE), Klaus Kappen (Rheinmetall), Dr. Dirk Elvermann (BASF SE), Kathrin Günter (Tennet TSO GmbH), Dr. Bernhard Rohleder (Bitkom e. V.), Rainer Brehm (Siemens AG), Prof. Dr. Claudia Eckert (Plattform Lernende Systeme/Acatech), Ulrich Leidecker (ZVEI e. V.), Wolfgang Weber (ZVEI e. V.), Sina Scheidle (Mercedes-Benz AG), Sebastian Steinhäuser (SAP SE), Prof. Dr. Holger Hanselka (Fraunhofer-Gesellschaft)