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KI statt Kompetenz?
Nachbericht zum Fachtag der Arbeitsgruppe Arbeit, Aus- und Weiterbildung
Einleitung
Das in Unternehmen vorhandene Wissen wächst täglich, Automatisierung und Digitalisierung machen Prozesse immer komplexer. KI kann hier ein hilfreicher Partner werden, indem sie Informationen ordnet, Handlungsempfehlungen gibt und Innovationen ermöglicht. Aber wie sieht eine gelungene Mensch-Maschine-Interaktion beziehungsweise die wertstiftende Hybride Intelligenz aus?
Beim Fachtag „KI statt Kompetenz?“ diskutierten rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft.
Beim Eröffnungspanel diskutieren Steffen Fischer (ifm Group), Dr. Margit Aufterbeck (Geschäftsstelle Plattform Industrie 4.0) und Prof. Doris Aschenbrenner (Hochschule Aalen) zu Hybrider Intelligenz.
Auf der Hannover Messe 2026 wurde die Neuausrichtung der Plattform Industrie 4.0 hin zu einer Plattform, die Industrielle KI fortan ins Zentrum ihrer Strategie und Aktivitäten stellt, angestoßen. Die Grundlagen müssen jetzt geschaffen werden, um industrieller KI in Deutschland den nötigen Vorschub zu leisten, um die erwarteten enormen Wertschöpfungspotenziale zu heben. Das in Hannover am Gemeinschaftsstand der Plattform Industrie 4.0 vorgestellte Industrial-AI-Layer-Modell macht die aufeinander aufbauende Architektur für industrielle KI made in Germany – made for Germany anschaulich.
Auf dieser Basis diskutierte die Arbeitsgruppe Arbeit, Aus- und Weiterbildung Anfang Juni auf ihrem Fachtag „KI statt Kompetenz?” den Faktor Mensch. Den theoretischen Rahmen für den Tag vielfältiger Diskussionen rund um das gelungene Zusammenspiel zwischen Mensch und KI lieferte die jüngste Publikation der Arbeitsgruppe.
Soziotechnische Perspektive einnehmen, den Menschen mitdenken
Steffen Fischer, Leitung der Arbeitsgruppe Arbeit, Aus- und Weiterbildung, und Prof. Dr. Doris Aschenbrenner eröffnen den nachgefragten Fachtag mit einem Podiumsgespräch und diskutieren mit den Anwesenden zu gelungener Mensch-Maschine-Interaktion, dem Konzept der Hybriden Intelligenz und dem zielgerichteten Einsatz von KI, um (vor allem implizites) Wissen von Mitarbeitenden im Unternehmen zu halten und zugänglich zu machen. Angesichts des demografischen Wandels und der zu erwartenden Arbeitnehmer-Lücke von fast fünf Millionen Erwerbstätigen bis 2036 eine drängende Frage (nicht nur) für die deutsche Industrie.
Aschenbrenner betont, dass es jetzt an der Zeit sei, stärker in eine soziotechnische Betrachtung zu kommen und zu prüfen, wie spezifische Kompetenzen im Industrial-AI-Layer-Modell mitgedacht werden müssen und wichtiges Anwendungs- und Prozesswissen künftig im Industrie-4.0-Prozessrahmen (Verwaltungsschale) abgebildet werden könnte.
Die neue Ausrichtung der Plattform Industrie 4.0 bietet eine gute Gelegenheit, diesbezügliche Überlegungen zu vertiefen. Um hier Vorschläge einbringen zu können, steht die Arbeitsgruppe bereits im Austausch mit Experten der japanischen Robot Revolution & Industrial IoT Initiative (RRI).
Dr. Ronald Orth (Fraunhofer IPK), Maria Kretschmer (Fraunhofer IPK) und Nico Zimmermann (SICK AG) geben weitere Impulse beim Fachtag „KI statt Kompetenz?“.
Governance, Ethik, AI Literacy:KI bringt neue Herausforderungen
Die gut 60 Teilnehmenden des Fachtages diskutierten neben Chancen auch neue Herausforderungen, die der zunehmende Einsatz von KI mit sich bringt. Die Diskussionen und Gespräche des Tages fragten unter anderem nach notwendiger KI-Literacy, Governance, dem richtigen Umgang mit ethischen Fragestellungen bei Entwicklung und Einsatz von KI oder betonten die Notwendigkeit dialogorientierter Transformationsprozesse und Lernkulturen, um KI beherrschen zu können.
Die Ergebnisse des Tages bestärken die Arbeitsgruppe Arbeit, Aus- und Weiterbildung darin, den Fokus auf den Faktor Mensch beizubehalten. Dies sei vor allem mit Blick auf die Neuaufstellung und explizite Ausrichtung der Plattform Industrie 4.0 an industrieller KI unabdingbar, so Fischer. Die Diskussionen kommen zur richtigen Zeit und unterstreichen mit ihren vielen Perspektiven, dass es ein geschärftes Bewusstsein für gelungene Mensch-Maschine-Interaktion gibt. Darauf müsse die neue Plattform Industrie 4.0 auf- und ausbauen, fasst Steffen Fischer den Fachtag zusammen. Letztendlich gehe es auch um eine gesamtgesellschaftliche Frage danach, wie wir (industrielle) KI begreifen, bewerten und mit ihr zusammenarbeiten.
Teilnehmende während des Fachtages „KI statt Kompetenz?“ im Juni 2026