Fachtag der AG3 und AG4 am 4. November 2025 in Berlin.

Fachtag der AG3 und AG4 am 4. November 2025 in Berlin.

Der Fachtag wurde von Dr. Daniel Senff, Leiter der Geschäftsstelle der Plattform Industrie 4.0, Markus Heß vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie den AG-Leitern Michael Jochem (AG 3) und Dr. Hans-Jürgen Schlinkert (AG 4) eröffnet. Ein besonderer Moment direkt zu Beginn der Veranstaltung war die Würdigung von Dr. Hans-Jürgen Schlinkert, der die Arbeitsgruppe „Rechtliche Rahmenbedingungen" über ein Jahrzehnt geleitet und mit seinem überragendem Engagement maßgeblich geprägt  hat. Herr Dr. Schlinkert zieht sich als AG-Leiter zurück, bleibt aber der Arbeitsgruppe mit seiner hochgeschätzten Expertise – nicht nur als Jurist, sondern auch als Übersetzer komplexer rechtlicher Sachverhalte in, auch für Nicht-Juristen, nachvollziehbare Sprache – erhalten. Die Leitung der AG 4 wird künftig von Dr. Christine Payer nach einer mehrmonatigen Übergabephase übernommen.

Inhaltliche Schwerpunkte

Die Veranstaltung deckte ein breites Spektrum aktueller Themenschwerpunkte ab:

Digitale Identitäten und eIDAS-Regulierung: Ein zentrales Thema war die Schaffung rechtsverbindlicher digitaler Identitäten auf Grundlage der eIDAS-Verordnung und ihre Bedeutung für vertrauensbasierte Ökosysteme in der Industrie 4.0.

EU-Digitalgesetzgebung: Die aktuellen Fragen der EU-Digitalgesetzgebung wurden analysiert und in ihrer Auswirkung auf Industrie und Wirtschaft diskutiert.

Vertrauensräume und Datenökosysteme: Eine Panel-Diskussion zu „Vertrauensräumen im Kontext Industrie 4.0 – technische und rechtliche Perspektiven" ermöglichte es Experten und Teilnehmenden diese Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Praktische Anwendungen: Weitere Sessions behandelten die Operationalisierung von Datenräumen, Datensouveränität, Compliance und Standards – unter Bezug auf konkrete Erfahrungen aus Catena-X und Anwendungen im Kontext von Manufacturing-X.

KI in der Industrie: Rechtsfragen der KI-Entwicklung und KI-Nutzung in der Industrie sowie Fragen der vertraglichen Gestaltung wurden erörtert und mit Blick auf die praktische Umsetzung bewertet.

Zwei Workshops vertieften zudem zentrale Themenfelder: Der Workshop „Digitale Identitäten" ermöglichte praxisnahe Diskussionen zur technischen und rechtlichen Umsetzung. Der Workshop „Neue Wertschöpfungsketten der KI" adressierte innovative Geschäftsmodelle und damit verbundene Herausforderungen. Beide Workshops dienten nicht nur der Wissensvermittlung, sondern auch der Erarbeitung von dringend benötigten Impulsen für Politik und Wirtschaft.

Fazit

Der Fachtag der Arbeitsgruppen 3 und 4 der Plattform Industrie 4.0 war ein voller Erfolg. Die gut 100 Expertinnen aus den beiden Fachbereichen unterstrichen das große Interesse an den behandelten Themen. Die intensiven und konstruktiven Diskussionen zeigten, dass es gelungen ist, aktuelle Herausforderungen klar zu benennen und zugleich Lösungswege zu erarbeiten.

Die aus der Veranstaltung gewonnenen Erkenntnisse und entwickelten Impulse werden die Arbeit der Arbeitsgruppen „Sicherheit kollaborativer Ökosysteme" und „Rechtliche Rahmenbedingungen" in den kommenden Monaten prägen und damit die Gesamtarbeit der Plattform Industrie 4.0 unterstützen.