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Hannover Messe 2025 – Leaders' Dialogue
Bundesminister Robert Habeck fordert Kooperation als Gegenmodell zu Isolationismus und Protektionismus
Einleitung
Am 1. April 2025 fand auf der Hannover Messe der Leaders’ Dialogue 2025 statt: eine hochkarätige Veranstaltung, die gemeinsam vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung organisiert wurde. Unter dem Leitthema „Data-driven Industry – Shaping a New Era“ kamen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung zusammen. In drei Panels diskutierten sie, wie digitale Technologien und datengetriebene Wertschöpfungsnetzwerke die industrielle Zukunft prägen.
Im Eröffnungs-Panel „Call for Action: How to Ensure Digital Competitiveness?“ wurden entscheidende Impulse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie erörtert. Der Fokus lag auf datengetriebenen Geschäftsmodellen und deren Potenzial zur Steigerung der globalen Wettbewerbsfähigkeit. Bundesminister Dr. Robert Habeck betonte dabei die Bedeutung europäischer Kooperation bei gleichzeitiger Datenhoheit: „Wir müssen kooperieren! Kooperation ist [...] in Zeiten wie diesen das Stichwort, das Gegenmodell gegen Isolationismus und Protektionismus!” Seinen Impuls schloss er mit Blick auf die Vernetzungskraft der Messe mit der rhetorischen Frage „Wo könnte ein besserer Ort sein, als auf der internationalen Hannover Messe, diese Internationalisierung der gemeinsamen Datennutzung voranzubringen?“
Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck beim Leaders' Dialog 2025
Neben dem Bundesminister präsentierten auch die weiteren Panel-Teilnehmenden ihre „Calls for Actions“ – darunter Staatssekretärin Claudia Müller (BMBF), Philip Jennings (Stellvertretender Minister für Innovation, Wissenschaft und Industrie, Kanada), Peter Leibinger (BDI Präsident), Dr. Tanja Rückert (Bosch), Catherine Jestin (Airbus SE), Tim Meyerjürgens (TenneT) sowie Cedrik Neike (Siemens).
Letzterer forderte bezüglich des Aufbaus von Datenökosystemen und stellvertretend für die Industrie: „Wir müssen erreichen, dass wir Skalierung haben, um das umzusetzen.“ Zudem dankte Neike der Bundesregierung für das Vorangehen, insbesondere im Blick auf kleine und mittelstänsdische Unternehmen: „Catena-X und Manufacturing-X, diese Standardisierung der Daten für alle, die kleinen Mittelständler, müssen wir umsetzen! Denn nicht jeder ist ein ASML oder ein Airbus.“
Europas Position im KI-Wettbewerb
Ein zweites Panel beleuchtete unter der Frage „Is Europe Keeping Up in the Race for Industrial AI?“ die aktuelle Position Europas im globalen KI-Wettbewerb. Zentrale Fragen hierbei: Wie kann Europa seine industrielle Basis und sein Know-how nutzen, um bei KI-Anwendungen eine Führungsrolle zu übernehmen? Welche regulatorischen Rahmenbedingungen sind notwendig, um Innovation zu fördern und europäische Werte zu wahren?
Auf diese Fragen trugen die Teilnehmenden zahlreiche Lösungsvorschläge zusammen: Dominik Metzger (SAP) stellte initial fest, Europa brauche eine souveräne Infrastruktur. Zudem forderte er, Applikationen auf Open-Source-Basis zu bauen und betonte darüber hinaus die Wichtigkeit von Quantencomputing als Zukunftstechnologie. Bernd Wagner (STACKIT, Schwarz Digits) und Dr. Christine Knackfuß-Nikolic (T-Systems) hoben die Bedeutung von Investitionen hervor – insbesondere im Bereich der Forschung. Prof. Holger Hanselka (Fraunhofer) erklärte, damit Daten auch KI-zugänglich seien, brauche es „einfache Tools“, um vorhandene Datenschätze künftig auf ein dafür notwendiges höheres Data-Readiness-Level zu heben. Dr. Yasser Jadidi (Aleph Alpha Research) schloss das Panel mit einem klaren Apell: „Wir brauchen Mindset und Flexibilisierung – das ist das Entscheidende.“
Wie gelingt die Skalierung industrieller Innovationen?
Die abschließende Diskussionsrunde „Are Our Solutions Creating Enough Value to Scale Fast?“ rückte das Skalierungspotenzial industrieller Innovationen in den Fokus. In dieser Runde wurden konkrete Beispiele für erfolgreiche Skalierungsmodelle vorgestellt und diskutiert, welche Hindernisse überwunden werden müssen, um datengetriebene Innovationen schneller und breiter in der Industrie zu implementieren.
Klaus Bröhl (Integrated Worlds GmbH) forderte in diesem Zusammenhang, den Nutzen der Lösungen für KMU klar herauszustellen: „Wir müssen anfangen, in Blaupausen zu denken.“ Es sei auch künftig entscheidend, die richtigen Argumente für diese essenzielle Zielgruppe zu finden.
Der Leaders' Dialogue als zentrale Bühne für die Data-driven Industry
Der Leaders’ Dialogue 2025 bot mit diesen stark besetzten Panels und den wichtigen Botschaften auch in diesem Jahr wieder eine zentrale Plattform für den internationalen Austausch zur Zukunft der Industrie. Die Veranstaltung zeigte auf, dass die Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Forschung entscheidend ist, um die digitale Transformation der Industrie voranzutreiben und Europa in der globalen Wettbewerbsarena zu stärken.