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AG-Klausur der Plattform Industrie 4.0: Auf dem Weg zum Datenraum Industrie 4.0
Eine Veranstaltung der Plattform Industrie 4.0
Einleitung
Welches Potenzial sehen international renommierte Fachleute in Datenökosystemen? Welche Rolle spielen der Digitale Produktpass und die Asset Administration Shell (AAS) für die Weiterentwicklung industrieller Datenräume? Wo werden die künftigen Schwerpunkte der Plattform Industrie 4.0 liegen? Diesen und weiteren spannenden Fragen gingen die Arbeitsgruppen der Plattform Industrie 4.0 auf ihrer Klausur am 25. und 26. Oktober 2022 nach.
Zum Auftakt begrüßten Ernst Stöckl-Pukall, Leiter des Referats „Digitalisierung, Industrie 4.0“ im BMWK, Henning Banthien, Leiter der Geschäftsstelle Plattform Industrie 4.0 und Dr. Daniel Senff, stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle Plattform Industrie 4.0, die Teilnehmenden. Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie fand die AG-Klausur wieder physisch statt.
Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurden die Teilnehmenden dazu eingeladen, über den Tellerrand zu schauen und ihren Blick auf Datenräume abseits des Industrie 4.0-Ökosystems zu lenken: Im Rahmen seines Vortrags „Platform Revolution and Data Spaces” erläuterte Geoffrey Parker, MIT Initiative for the Digital Economy, seine Perspektive auf internationale Datenökosysteme. Er erläuterte, wie zahlreichen Großunternehmen heute das Plattformgeschäftsmodell zugrunde liegt und was die hauptsächlichen Erfolgsfaktoren sind, wie etwa Netzwerkeffekte, Monetarisierung oder Governance-Strukturen. Der US-amerikanische Informationsökonom Parker lehrt als Professor für Maschinenbau am Dartmouth College und verfasste bereits zahlreiche Bücher rund um das Thema “Platform Revolution”.
Im weiteren Verlauf gaben die Vorträge tiefe Einblicke in die Potenziale und Herausforderungen zur Umsetzung der Datenökosysteme. So erklärte etwa Michael Schäfer, DRM Datenraum Mobilität, wie ein Datenraum in der Praxis konkret aussehen und funktionieren kann. Darüber hinaus veranschaulichte Dr. Holger Berg, Wuppertal Institut, wie der Digitale Produktpass als Mittel eingesetzt werden kann, um die digitale Transformation nachhaltig zu gestalten.
Einen zusätzlichen Höhepunkt bildete der Vortrag von Erich Barnstedt, Microsoft Azure, zum Thema „Northern Lights Project – Carbon Capture and Storage with Asset-Administration-Shell”. Das norwegische Projekt entwickelt eine Infrastruktur, mit der industrielle CO2-Emmissionen über CO2-Abscheidung dauerhaft in unterirdischen Lagerstätten gespeichert werden können. Barnstedt hob den Erfolg der Asset Administration Shell (AAS) hervor, die im Rahmen des Projekts verwendet wird.
Udo Philipp, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und Dr. Otto Bode, Referatsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung, begrüßten die Teilnehmenden zu Tag zwei. Motivierende Einblicke für die Nutzung von Datenräumen gab Dr. Frank Possel-Dölken, Phoenix Contact und Lenkungskreis-Vorsitzender der Plattform Industrie 4.0, in seinem Vortrag „Datenraum als Keimzelle einer disruptiven Datenlogistik“. Die Teilnehmenden erwartete außerdem ein Bericht zum Arbeitsprozess Whitepaper und zur Weiterentwicklung der Plattform sowie spannende Diskussionen mit den Leiterinnen und Leitern der Arbeitsgruppen.
Die Teilnehmenden der AG-Klausur engagierten sich rege in Diskussionen und Fragerunden. Besonders positiv nahmen sie außerdem das Panel „Inside the box – Eckpfeiler des Datenraums Industrie 4.0” auf. Einen praxisnahen Einblick zur Nutzung der Asset Administration Shell lieferte zunächst Bernd Vojanec von Wittenstein. In einer offenen Diskussion stellten sich dann die Referenten Frank Göller von der VW-Konzernlogistik und Matthias Bölke, IDTA (Industrial Twin Association), allen Fragen rund um Catena-X und die IDTA.
Zum Abschluss des gemeinsamen Programms erläuterten BMWK-Referatsleiter Ernst Stöckl-Pukall und Dr. Björn Sautter von Festo die Bedeutung der Initiative „Manufacturing-X“ für die Industrie 4.0. Mit Manufacturing-X soll es gelingen, den Datenraum Industrie 4.0 umzusetzen, Resilienz aufzubauen, Nachhaltigkeit zu etablieren und die Wettbewerbsstärke unserer Industrie zu sichern.