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Über 200 deutsche und chinesische ExpertInnen kamen am 24. Mai 2019 in Changsha in der chinesischen Provinz Hunan zum ersten Plenum der Deutsch-Chinesischen Arbeitsgruppe Unternehmen Industrie 4.0 und Intelligente Fertigung (AGU) in 2019 zusammen. Eröffnet wurde das Plenum vom Unterabteilungsleiter für Industrie und Mobilität der Zukunft Markus Heß aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), dem stellvertretenden Abteilungsleiter Lu Jianwen aus dem Ministerium für Industrie und Informationstechnologie der VR China (MIIT) sowie Zhu Jian, dem stellvertretenden Parteisekretär der Stadt Changsha.
In den vier bilateralen Expertengruppen Künstliche Intelligenz (KI), Digitale Geschäftsmodelle, Training 4.0 und Industrielles Internet wurden am Vormittag bereits eine Roadmap und erste Ergebnisse für 2019/2020 abgestimmt und im Plenum vorgestellt.
Die Expertengruppe zur Künstlichen Intelligenz wird einen Leitfaden zur Anwendung von KI in der Intelligenten Fertigung erarbeiten und ein Mapping von existierenden KI-Plattformen und Test Beds erstellen. In enger Zusammenarbeit mit der Expertengruppe Training 4.0 werden zudem im Bereich KI und Ausbildung die Auswirkungen von KI auf die zukünftige Arbeitswelt analysiert.
Die Expertengruppe Digitale Geschäftsmodelle wird in der zweiten Jahreshälfte 2019 die Nutzung von Wertschöpfungsketten als Basis digitaler Geschäftsmodelle erforschen. Eine Publikation mit einer Analyse aktueller Use Cases aus Deutschland und China ist für November 2019 geplant. Weitere Fokusthemen für 2019-2020 sind die Analyse der Stellschrauben zur Skalierung digitaler Geschäftsmodelle sowie ein Konzeptpapier zu relevanten Lerninhalten von Workshops für Unternehmen, um sie auf die Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation traditioneller Geschäftsmodelle vorzubereiten.
Die Expertengruppe Training 4.0 befasst sich mit der Analyse der Anforderungen an Arbeitskräfte in der Intelligenten Fertigung und einem Reifecheck für Arbeitskräfte mit Blick auf Industrie 4.0. Zudem soll eine Übersicht zu Trainingseinrichtungen in China zusammengestellt werden. Schließlich ist eine Unterrichtsleitlinie zur Aus-und Weiterbildung von Arbeitskräften geplant. Langfristig wird das Potential für die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen und Zertifikaten zwischen beiden Ländern eruiert.
Die Expertengruppe zum Industriellen Internet fokussiert sich auf Interoperabilität als zentrale Fragestellung sowie die Nutzung von internationalen Datenräumen, zunächst in Form von White Papers, welche Definitionen und Konzepte sowie Use Cases, Test Beds und förderliche Rahmenbedingungen darstellen. Ebenfalls behandelt die Expertengruppe die Anwendung von industriellen Internetplattformen und wird eine Übersicht zu existierenden Plattformen erarbeiten. Bei dem für Industrie 4.0 wichtigen Thema Cybersicherheit werden unterjährige Workshops mit chinesischen Ministerien und Behörden organisiert, darunter MIIT und CAICT, um deutschen Unternehmen eine kontinuierliche Kommunikationsplattform mit den relevanten Regulierern zu bieten. Im Fokus stehen die Themen freier grenzüberschreitender Datenverkehr, Industrie-Cloud Regulierung, sowie allgemeine Rechtssicherheit für deutsche Unternehmen. Auch das bewährte Cybersicherheits-Handbuch soll aktualisiert und später über die Verbände und die AHKs zirkuliert werden, um insb. dt. KMUs über die Cybersicherheitslage in China zu informieren. Dies alles dient als Grundlage für die Formulierung von konkreten Handlungsempfehlungen aus der Expertengruppe an die Politik zu Jahresende.
Die zahlreichen Kooperationsvereinbarungen vertiefen dieses Jahr die deutsch-chinesische MoU-Zusammenarbeit und dienen der Industrie langfristig in ihren Geschäftstätigkeiten in der vernetzten Industrie 4.0. Die Handlungsempfehlungen aus den Expertengruppen werden am 12. November 2019 offiziell den StaatssekretärInnen und VizeministerInnen im Rahmen ihrer jährlichen politischen Sitzung in Berlin vorgestellt und übergeben.
Im Rahmen der #TechTalks4.0 widmeten sich führende FachexpertInnen u.a. den Fragen, welche Potentiale digitale Geschäftsmodelle für Firmen mit sich bringen und wie Künstliche Intelligenz die weitere Entwicklung der Intelligenten Fertigung verändert.
Über das Deutsch-Chinesische Industrie 4.0 Projekt (I4.0 Projekt)
Basierend auf dem 2015 unterzeichneten Memorandum of Understanding (MoU) zwischen BMWi und MIIT zielt die deutsch-chinesische Industrie 4.0 Kooperation auf eine Verbesserung des Geschäftsumfelds und auf eine Förderung der bilateralen Kooperation zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen ab.
#TechTalk "Was machen Arbeiter in einer autonomen Fabrik?" Yübo Wang, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Computer Integrated Design der TU Darmstadt