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Künstliche Intelligenz unddieZukunft der Arbeit–Expertinnen und Experten diskutierenauf der MS Wissenschaft
Einleitung
Wenn der Wind der Veränderung weht, suchen manche im Hafen Schutz, während andere die Segel setzen. Das hätte das inoffizielle Motto desSozialpartnerdialogs Mitte Maisein können.IstKIeineChance odereineGefahr für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer?Diese Fragediskutieren Vertreterinnen und Vertretervon Unternehmen,Beschäftigten und WirtschaftsministeriumsowieBürgerinnen und Bürger anlässlichdesWissenschaftsjahresanBord des Ausstellungsschiffes MS Wissenschaft.
DiePodiumsdiskussion zu „KI und Zukunft der Arbeit“ auf der MS Wissenschaft. V.l.n.r.:Klaus Ahlborn, Mitglied und ehemaliger Vorsitzender des Gesamtbetriebsrat bei AirbusOperations GmbH,Andrea Stich, Leiterin der internen Weiterbildungsakademie bei Infineon Technologies AG und Mitglied der Plattform Lernende Systeme, Christin Fröhlich, Referentin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Referat IVA3 zu Digitalisierung und Industrie 4.0, Johannes Reich, Produktexperte von der Intelligent Enterprise Group SAP SE und Martin Kamp, Leiter der Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ der Plattform Industrie 4.0 und Leiter des BerlinerVorstandsbüros der IG Metall.
KI – Traktor des 21. Jahrhunderts
Die Frage, obKIChance oder Gefahrist, griff auchJohannes Reich von SAPauf.Er stellte fest, ob eine Innovation den gesellschaftlichen Wohlstand mehrt, bestimmt weniger die Innovation selbst als vielmehr ihr gesellschaftlicher Kontext. Die Erfindung etwa des Traktors ersetzte die Arbeit vieler Feldarbeiter – reicher wurde die Gesellschaft als Ganzes erst, als sich für die ehemaligen Feldarbeiter die Chance auf neue, bessere Arbeit ergab, die wiederum aus anderen Innovationen hervorgingen. Demokratische Gesellschaften als Konsensgesellschaften freier Menschen entwickeln dann eine Innovationskultur, wenn es gelingt, dass alle fair an den Früchten der Innovationen teilhaben.
Sogenannte “starke KI” – mit den intellektuellen Fertigkeiten eines Menschen - werde es in frühestens zehn bis fünfzehn Jahren im professionellen Einsatz geben, schätzte Andrea Stich von Infineon Technologies AG. “Schwache KI” – wie z.B. Systeme, die Bildmaterial und Messdaten analysieren – könne jedoch schon heute eine nützliche Entlastung für den Menschen sein und dabei die Sicherheit und Qualität von Entscheidungen beschleunigen und steigern. Die Qualität der Produkte ist dabei oberstes Gebot. Hier seien elektronische „Prüfer“ hilfreich, die in kürzester Zeit riesige Datenmengen verarbeiten und bewerten, und damit die Mitarbeiter positiv unterstützen. Wichtig bleibt: Es wird auch weiterhin natürliche Intelligenz brauchen, sowie Empathie, Bauchgefühl, Wertebewusstsein und Kreativität.Durch KI haben die Menschen hoffentlich zukünftig mehr Zeit die Tätigkeiten auszuüben, die wirklich erfüllend sind – sodas Zwischenfazit von Frau Stich.
Beschäftige mitnehmen und fortbilden
Klaus Ahlborn berichtete, dass Airbuserfolgreich in die Weiterbildungen aller Mitarbeiterinvestiertund das Gespräch über die Zukunft des eigenen Arbeitsplatzes mit demBeschäftigten sucht. Die Auswirkungen von KI sindein wichtiger Aspekt davon. Martin Kamp,Leiter des Berliner IG Metall Büros,ergänzte durchdas Beispiel Amazon. Dort sei es seit Jahren nicht einfach die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu organisieren. Diese Herausforderungseien jedoch nichts Neues und nicht allein auf KI zurückzuführen.
Das Fazit der Diskussion: Es braucht klareRegeln, betrieblicheMitbestimmungund einen gesamtgesellschaftlichen Dialog zuden ethischen Fragen rund um Künstliche Intelligenz.Hierzu sollen diePlattformen (fürIndustrie 4.0 und Lernende Systeme)zusammenarbeiten undweitereAkteure sowie die Bürgerinnen und Bürger einbinden.
Segel setzen undKI „made in Germany“zum Gütesiegel machen
Alle Vortragendenan Bord der MS Wissenschaftwaren sich einig:Beim Thema KI weht eine steife Brise derVeränderung.Künstliche Intelligenz wird sukzessive Einzug halten in unser Arbeitsumfeld – und auch in unser Privatleben.Deshalb müssendie Segelgesetzt werden.Es braucht neue Kompetenzen. Und es muss weiterhin die Frage gestellt werden, wie wir in Zukunft mit KI umgehen wollen, auch bezüglich Ethik und Datensicherheit.
Hier könne man auch ansetzen,damitDeutschlandinternationalwettbewerbsfähigbleibt, soChristin Fröhlich, Referentin im Bundeswirtschaftsministerium. Beispielsweise könne Deutschland in Zukunftfür hohe Standards in der Datensicherheit und einesichere, verantwortungsvolle KI-Systemestehen.
ProjektundDiskussionsteilnehmer
Die Reihe der Sozialpartnerdialoge„Künstliche Intelligenz und Zukunft der Arbeit“ wirdimRahmen des Wissenschaftsjahrs„Künstliche Intelligenz“ durchgeführt.Am 20. September 2019findet in Frankfurtdie nächsteVeranstaltung statt, auf der Vertreterinnen und Vertreter vonArbeitgebern und Arbeitnehmern dasThema “KI und Arbeit”diskutieren.
Am 17. Mai in Berlindiskutierten folgende Personen auf dem Podium:Martin Kamp, Leiter der Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ der Plattform Industrie 4.0 undLeiter des Berliner Büros der IG Metall, Klaus Ahlborn,Mitglied und ehemaliger Vorsitzender desGesamtbetriebsrat bei AirbusOperations GmbH, Christin Fröhlich,Referentinim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Referat IVA3 zuDigitalisierung und Industrie 4.0, Johannes Reich, Produktexperte von der Intelligent Enterprise Group SAP SE und Andrea Stich, Leiterin derFrontend AkademieWeiterbildungsakademie bei Infineon Technologies AG und Mitglied der Plattform Lernende Systeme.