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Zweite Deutsch-Chinesische Jahrestagung der Staatssekretäre und Vizeminister zur Intelligenten Fertigung
Intensiver Austausch in Peking über die Chancen und Herausforderungen bei Industrie 4.0 mit über 400 deutschen und chinesischen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft
Einleitung
Moderatoren und Teilnehmer der Podiumsdiskussion “Die Chancen und Herausforderungen in der deutsch-chinesischen Kooperation zur Intelligenten Fertigung”
Vom 19. bis 20. November 2018 fand die zweite Jahrestagung der Staatssekretäre und Vizeminister zur Intelligenten Fertigung und Vernetzung der Produktionsprozesse in Peking, China statt. Gastgeber war in diesem Jahr das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT). Die Staatssekretäre Oliver Wittke, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), sowie Dr. Michael Meister, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), leiteten die Jahrestagung gemeinsam mit Vizeminister Dr. Chen Zhaoxiong, MIIT, und dem Vizeminister Zhang Jianguo aus dem chinesischen Ministerium für Forschung und Technologie. Über 400 deutsche und chinesische Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nahmen an der Veranstaltung teil.
Am 19. November unterteilte sich die Jahrestagung vormittags in die geschlossene Sitzung der Staatssekretäre und Vizeminister – hier konnten auch einige Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft teilnehmen - und nachmittags in das offene deutsch-chinesische Symposium zur Intelligenten Fertigung und Vernetzung der Produktionsprozesse. Am 20. November nahmen rund 80 deutsche und chinesische Firmenvertreterinnen und -vertretern an der deutsch-chinesischen Arbeitsgruppe Unternehmen in der Intelligenten Fertigung teil. Sie diskutierten über die Rahmenbedingungen zu Cybersicherheit, IPR und Künstliche Intelligenz in China sowie über neue Schwerpunkte für die Zusammenarbeit der Industrie im Jahr 2019.
Im Rahmen der geschlossenen Sitzung der Staatssekretäre und Vizeminister bekräftigten beide Seiten ihren politischen Willen zur langfristigen Kooperation. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für deutsche und chinesische Unternehmen für die Umsetzung von Industrie 4.0-Projekten in beiden Ländern ist hierbei eine zentrale Aufgabenstellung, an der man weiterarbeiten wolle. Die deutsche Seite betonte die Notwendigkeit einer weiteren Öffnung der chinesischen Märkte, des Schutzes von geistigem Eigentum, eines freien und sicheren Datenverkehrs sowie international harmonisierte Normen. Von chinesischer Seite wurde Interesse daran bekundet, die Kooperation zukünftig um relevante Themen wie Robotik und Künstliche Intelligenz zu ergänzen.
Im anschließenden Symposium wurde der bilaterale Austausch durch Präsentationen von Leuchtturmprojekten und innovativen Anwendungsbeispielen sowie einer Podiumsdiskussion mit hochrangigen Expertinnen und Experten beider Länder fortgeführt.
Closed-Door Meeting der Deutsch-Chinesische Jahrestagung
Die Podiumsdiskussion bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahrestagung tiefergehende Einblicke in die Chancen und Herausforderungen der deutsch-chinesischen Industriekooperation. Die geladenen Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft identifizierten unter der Moderation von Thorsten Giehler, Landesdirektor der GIZ in China, und Wang Peng, Vizepräsident des China Centre for Information Industry Development, die zentralen Herausforderungen der bilateralen Zusammenarbeit, darunter Cybersicherheit und die Notwendigkeit adäquater regulatorischer Rahmenbedingungen. In seinem Schlusswort zur Podiumsdiskussion betonte Prof. Dr. Kagermann, Global Representative and Advisor der Plattform Industrie 4.0 und Vorsitzender des acatech-Kuratoriums, neben den technischen und regulatorischen Aspekten der Zusammenarbeit die große Bedeutung des gegenseitigen Vertrauens und der Reziprozität für die deutschen und chinesischen Kooperationspartner, welche für eine erfolgreiche und langfristige Kooperation ausschlaggebend seien.
Über die Deutsch-Chinesische Industrie 4.0 Kooperation
Deutschland und China kooperieren im Bereich Industrie 4.0 auf vielfältige Weise:
Im Jahr 2015 hat das BMWi eine Kooperation mit dem chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) zu Industrie 4.0 vereinbart. Ziel ist es, Kooperationsprojekte von deutschen und chinesischen Unternehmen zu unterstützen und die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern. Vereinbart wurde zudem, dass jährlich alternierend in Deutschland und China eine Konferenz auf Vizeminister-Ebene unter Beteiligung der Wirtschaft stattfinden soll.
Im Bereich der Forschung hat das BMBF vor gut zwei Jahren eine intensivere deutsch-chinesische Zusammenarbeit auf dem Gebiet von Industrie 4.0 und Smart Services beschlossen. In diesem Jahr sind hierzu vier gemeinsame Forschungsverbünde gestartet. Die Projekte orientieren sich am Bedarf deutscher Unternehmen und werden anwendungsnahe Lösungen für eine spätere wirtschaftliche Umsetzung entwickeln.
Schon seit 1979 kooperieren Deutschland und China in der Deutsch-Chinesischen Kommission Normung und ihren Vorgängerformaten, seit 2015 auch in einer Unterarbeitsgruppe zur Standardisierung im Bereich Industrie 4.0. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung von Normen und Standards sowie der Ausbau der damit verbundenen Zusammenarbeit in internationalen Normungsorganisationen (insbesondere IEC und ISO).
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) mit der Umsetzung der deutsch-chinesischen Kooperation in der Intelligenten Fertigung durch das Deutsch-Chinesische Industrie 4.0 Projekt, sowie durch das Globalprojekt Qualitätsinfrastruktur im Bereich von Standards und Normung, beauftragt.
Das Titelbild zeigt die Moderatoren und Teilnehmer der Podiumsdiskussion “Die Chancen und Herausforderungen in der deutsch-chinesischen Kooperation zur Intelligenten Fertigung”: Thorsten Giehler, Landesdirektor der GIZ in China; Wang Peng, Vizepräsident von CCID; Prof. Dr. Henning Kagermann, Global Representative and Adivsor der Plattform Industrie 4.0 und Vorsitzender des acatech-Kuratoriums; Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung beim ZVEI; Dr. Jens Gayko, Managing Director des Standardization Council Industrie 4.0; Lin Ruochen, Abteilungsleiter für den Geschäftsbereich Maschinenbau im Büro für Investitionsförderung im chinesischen Handelsministerium; Yu Xiaohui, stellvertretender Generaldirektor von CAICT; Dr. Johann Wieland, Präsident und CEO von BMW Brilliance Automotive Co. Ltd., und Wang Hongxing, Vizebürgermeister der Stadt Taicang.