Industrie 4.0 ist gerade für den Mittelstand eine Chance

© Handelskammer Hamburg/Stefan Bungert

Hamburg, 08. Februar 2018 – Experten und Anwender aus Industrie und Wissenschaft trafen sich heute in der Handelskammer bei der Veranstaltung "Plattform trifft Plattform – Zweites Hamburger Forum Industrie 4.0", um über aktuelle Entwicklungen in Sachen Industrie 4.0 zu diskutieren. Daran teilgenommen haben die wichtigsten Stakeholder der "Hamburger Dialogplattform Industrie 4.0" und der bundesweiten Plattform Industrie 4.0. Ziel dieser Initiativen: Eine koordinierte Gestaltung des anstehenden digitalen Strukturwandels in der Industrie durch Austausch und Wissenstransfer. Partner der Hamburger Plattform sind neben der Handelskammer Wirtschaftsverbände und Hochschulen.

"Industrie 4.0 und Digitalisierung sind Top-Themen der Hamburger Wirtschaft in den kommenden Jahren", prognostiziert Christi Degen, Hauptgeschäftsführerin der Handelskammer Hamburg. Dabei spielten mögliche Effizienzgewinne durchaus eine Rolle. "Vor allem aber treffen Sie in Hamburgs Industrie zukunftsorientierte Unternehmer, die mit neuen Technologien wettbewerbsfähig bleiben und zugleich die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter weiterentwickeln wollen."

„Die Erkenntnisse der Bundes-Plattform Industrie 4.0 können wir für unsere Arbeit nutzen und im Gegenzug die Perspektive des Mittelstands einbringen, der die besondere Stärke der deutschen Wirtschaft ausmacht“, erläutert Andreas Pfannenberg, Sprecher der Hamburger Dialogplattform Industrie 4.0 die Ziele der heutigen Veranstaltung. „Die Stärke der Großunternehmen liegt im Bereich der Standardisierung, Agilität - und frische Ideen müssen aus dem Mittelstand kommen“, meint der Familienunternehmer Pfannenberg. Für ihn zentral: „Der Mensch muss dabei immer am Steuer der Entwicklungen bleiben und seine Stärken ausbauen, es darf keine primär technologiegetriebene Entwicklung geben!“

Heinrich Munz, Lead Architect Industry 4.0 bei Kuka, noch im Mai von der Markt &Technik als Manager des Jahres 2017 in der Rubrik Industrie 4.0 ausgezeichnet, diskutierte in der Handelskammer mit Experten aus der Wissenschaft und Hamburger Industrieunternehmen über einschneidende Veränderungen in der Industrie. „KUKA als Weltmarkführer in Automatisierungstechnologien ist sehr viel daran gelegen, dass Industrie 4.0 in Deutschland schnellst möglich flächendeckend umgesetzt wird, damit die deutsche Fertigungsindustrie ihre weltweit führende Rolle nicht verliert“, so Munz. „Schließlich hängt unsere Exportweltmeisterschaft davon ab. Industrie 4.0 ist jedoch nicht nur eine Sache für ein paar Großunternehmen, sondern vor allem für KMUs. Diese können mit Industrie 4.0 zu Leitanwender und Leitanbieter von Industrie 4.0-fähigen Geräten werden. Als Leitanwender setzen sie Industrie 4.0 ein, um effizienter vollautomatisch ihre Produkte herzustellen, als Leitanbieter bauen sie Produkte, welche Industrie 4.0 Technologien aufweisen, um wiederum ihren Kunden damit zu effektiverer Produktion zu verhelfen.“