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Erste Industrie 4.0@Mittelstand-Veranstaltung im Sauerland: BMWi und Plattform Industrie 4.0 unterstützen Unternehmen der Region bei Digitalisierung
Einleitung
Der Weg der Unternehmen zu einem „Silicon Sauerland“ hat begonnen. Doch wie gelingt es, diesen ambitionierten Weg dorthin erfolgreich zu meistern? Am 1. Februar standen bei der ersten Industrie 4.0 @Mittelstand-Veranstaltung im Sauerland die regionalen Handwerks- und Industriebetriebe im Mittelpunkt – um zu diskutieren, was es braucht, um die Digitalisierung der Industrie und des Handwerks im Sauerland nachhaltig voranzubringen. Über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft folgten der Einladung des Parlamentarischen Staatssekretärs bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Dirk Wiese.
Veranstaltungsort war TRILUX in Arnsberg, ein Unternehmen, das bei der Digitalisierung der Industrie im Sauerland vorangeht: In seiner über einhundertjährigen Firmengeschichte erfindet sich das Unternehmen zum wiederholten Male neu. Frühzeitig hat es die Chancen von Industrie 4.0 erkannt und seine industrielle Produktion digitalisiert. Immer im Fokus: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Prozess miteingebunden sind. "TRILUX ist ein sehr gutes Anschauungsbeispiel dafür, wie Digitalisierung im Sauerland in der Industrieregion Südwestfalen erfolgreich umgesetzt werden kann – mit neuester Technik und gemeinsam mit den Mitarbeitern.", so der Parlamentarische Staatssekretär Dirk Wiese.
In der Diskussion wurde deutlich: Viele Mittelständler im Sauerland beschäftigen sich – anders als zum Beispiel TRILUX – noch nicht mit der Digitalisierung. Häufig fehlten Informationsmöglichkeiten. Ungeklärte Nachfolgeregelungen könnten ebenfalls ein Hindernis sein. Dietmar Zembrot, Vorstand von TRILUX, machte deutlich, dass die Politik Rahmenbedingungen schaffen müsse, die die Amortisierung von solchen Investitionen ermöglichen. Der Leiter der Abteilung Industriepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Dr. Wolfgang Scheremet, betonte, dass die Verantwortung letztlich beim Unternehmen liege. Die Politik könne helfen und unterstützen, um kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu mobilisieren – wie etwa beim Thema Information.
Dr. Scheremet stellte den Anwesenden die Online-Landkarte der Plattform Industrie 4.0 vor: Mehr als 260 Anwendungsbeispiele zeigen, wie und wo Industrie 4.0 in Deutschland umgesetzt wird. KMU können sich über die Projekte informieren, sie nach Regionen und Branchen ordnen und erhalten Kontaktdaten. Daneben führt die Landkarte 34 Informations- und Unterstützungsangebote für den Mittelstand sowie 36 Testumgebungen für das Bundesgebiet auf. Darüber hinaus fördert das BMWi, so Dr. Scheremet, elf Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren, in denen sich KMU zu Digitalisierungsvorhaben informieren können und Testmöglichkeiten erhalten. Unter anderem befindet sich eins der Zentren in Dortmund. Das aus der Plattform Industrie 4.0 entstandene Labs Network Industrie 4.0, ein Netzwerk von Testumgebungen, ist ebenfalls ein Anlaufpunkt für Unternehmen.
Multiplikatoren der Region, etwa aus den Industrie- und Handelskammern, betonten die Nützlichkeit dieser Informationen für die Beratung von KMU. Allgemein unterstrichen wurde die herausgehobene Relevanz der Datensicherheit.
Dr. Volker Verch vom Unternehmensverband Westfalen-Mitte stellte klar, dass die Digitalisierung angegangen werden müsse, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und deren Überleben zu sichern. Semjon Rens von Facebook stellte Möglichkeiten vor, wie KMU die Plattform für neue Geschäftsmodelle nutzen können.
Dr. Scheremet betonte außerdem, dass Industrie 4.0 eine gesamtgesellschaftliche Gestaltungsaufgabe sei. Denn Industrie 4.0 verändere nicht nur Abläufe in den Produktionshallen grundlegend, sondern auch die Arbeitswelt und Gesellschaft. Daher müssten Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verbände und Gewerkschaften diese Aufgabe gemeinsam und im Dialog angehen. Dazu wurde 2015 die Plattform Industrie 4.0 neu ausgerichtet, in der sich derzeit mehr als 300 Akteure engagieren, um gemeinsam vorwettbewerbliche Lösungsmöglichkeiten für die Bereiche Standardisierung, Sicherheit vernetzter Systeme, Forschung und Entwicklung, rechtliche Rahmenbedingungen sowie Arbeit, Aus- und Weiterbildung zu entwickeln.