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Bericht zum Nationalen IT-Gipfel
Plattform Industrie 4.0 zeigt Lösungen für Qualifizierung für Industrie 4.0
Einleitung
Am 16. und 17. November verwandelte sich die Congresshalle in Saarbrücken zu einem besonderen HotSpot: Ob alt oder jung, IT-Experte oder Schülerin – der Nationale IT-Gipfel, ausgerichtet durch das Bundeswirtschaftsministerium in Kooperation mit der Staatskanzlei Saarland – war in diesem Jahr ein Magnet für alle, die die Digitalisierung gestalten wollen. Im Fokus stand das „Lernen und Handeln in der digitalen Welt“. Die Plattform Industrie 4.0 zeigte, woran sie in den vergangenen Monaten gearbeitet hat. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stand die sich grundlegend verändernde Arbeitswelt in der Industrie und die Frage, was getan werden kann, um Beschäftigte in Zeiten der Digitalisierung betrieblich zu qualifizieren.
MD Prof. Lukas, BMBF, und Sts Machnig, BMWi (vlnr)
Das Ergebnis: 15 Praxisbeispiele zur betrieblichen Qualifizierung für Industrie 4.0, neun neue Publikationen, darunter Handlungsempfehlungen zu Aus- und Weiterbildung im Betrieb und zu rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Leitfäden unter anderem zu IT-Sicherheit, ein neuer Industrie 4.0-Kompass und große Fortschritte in der internationalen Standardisierungs- und Kooperationsarbeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Plattform Industrie 4.0 haben in den vergangenen Wochen mit ihrem Engagement und ehrenamtlichen Einsatz viel bewegt, um Deutschlands Industrie fit für die digitale Transformation zu machen.
Aus- und Weiterbildung sozialpartnerschaftlich gestalten
Welche Veränderungen ergeben sich durch die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt? Und: Wie können Beschäftigte flexibel weitergebildet werden? Mit diesen Fragen setzen sich Sozialpartner in der Plattform Industrie 4.0 auseinander. Auf dem Panel ‚Berufliche Aus- und Weiterbildung im Zeitalter der Digitalisierung‘ und dem Sozialpartnerdialog erörterten Expertinnen und Experten der Plattform Industrie 4.0 am 16. November die Schnittstellen der betrieblichen Qualifizierung zu anderen Aus- und Weiterbildungswegen sowie Gründe und Erfolgsfaktoren für sozialpartnerschaftliche Lösungen. Grundlage der Diskussion waren Good-Practice-Beispiele, die die Plattform Industrie 4.0 zusammen mit den Handlungsempfehlungen zum Nationalen IT-Gipfel veröffentlichte. Die realen Beispiele zeigen erste Ansätze, wie Unternehmen Kompetenzbedarfe einer digitalisierten Produktion decken.
Die Leiterinnen und Leiter der Arbeitsgruppen der Plattform Industrie 4.0 stellten gemeinsam mit Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, und Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Leiter der Abteilung V, Schlüsseltechnologien – Forschung für Innovation im Bundesforschungsministerium ihre Arbeitsergebnisse vor. Unter anderem ging es im Panel „Industrie 4.0 in die Praxis umsetzen – Empfehlungen der Plattform Industrie 4.0“ um die Weiterentwicklung der Verwaltungsschale, die aktualisierte Forschungsagenda, den Anwenderleitfaden IT-Sicherheit, die Handlungsempfehlungen zu rechtlichen Aspekten der Industrie 4.0 sowie die Ergebnisse zu Qualifizierung.
Am 17. November empfing die Plattform Industrie 4.0 prominenten Besuch: Kanzlerin Dr. Angela Merkel und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel besichtigten das Wissens- und Assistenzsystem APPsist, das durch Plattformakteure mitentwickelt wurde. Gemeinsam mit Jörg Hofmann veranschaulichte Dr. Eberhard Veit für die Festo AG anhand von APPsist, wie mit innovativen Mitteln Voraussetzungen geschaffen werden, damit Beschäftigte sich im laufenden Betrieb neues Wissen aneignen können. Das sozialpartnerschaftlich entwickelte Wissens- und Assistenzsystem APPsist stellt sich automatisch auf den Unterstützungsbedarf von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit unterschiedlichem Vorwissen ein, um sie flexibel im Unternehmen einzusetzen. Gleichzeitig unterstützt das System mit Lernfunktionen und Hintergründen den Kompetenzerwerb.
Standardisierung bei Industrie 4.0 kommt voran; internationale Kooperationen ausgebaut
Der Plattform Industrie 4.0 ist ein großer Schritt in Richtung internationaler Standardisierungsbemühungen bei Industrie 4.0 gelungen: Das Referenzarchitektur-Modell RAMI 4.0 wird seit kurzem auch in den internationalen Normungsorganisationen Internati-onal Organization for Standardization (ISO) und International Electrotechnical Com-mission (IEC) diskutiert.
Darüber hinaus wurde der Austausch, den die Plattform Industrie 4.0 mit mehreren internationalen Allianzen pflegt, in den vergangenen Monaten nochmals intensiv: Gemeinsame Arbeitspläne mit den Partnern aus Frankreich (Alliance Industrie du Futur), Japan (Robot Revolution Initiative), USA (Industrial Internet Consortium) und China sehen u.a. eine enge Kooperation im Bereich der Standardisierung vor. So entwickeln Expertinnen und Experten der Plattform Industrie 4.0 und des Industrial Internet Consortium Ideen, wie internationale Testfelder für kleine und mittlere Unternehmen gemeinsam gestaltet werden können. Die praktischen Erfahrungen aus den Tests werden systematisch genutzt, um die bereits etablierten Referenzarchitekturmodelle RAMI 4.0 und IIRA weiterzuentwickeln und zu verbinden.
Auch mit der Europäischen Kommission tauscht sich die Plattform intensiv zur Umsetzung von Industrie 4.0 aus. Dazu findet auf Einladung des Bundeswirtschaftsministeriums und der EU-Kommission vom 31. Januar bis 1. Februar 2017 das erste europäische Stakeholder-Forum in Essen statt. Im Kontext der deutschen G20-Präsidentschaft findet Mitte März 2017 ein Treffen der jeweiligen nationalen Plattformen in Berlin statt, bei dem die Plattform Industrie 4.0 mit am Tisch sitzt.
Der Gipfel und sein ganzjähriger Prozess bilden die zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels. Der Nationale IT-Gipfel ist das zentrale Umsetzungsinstrument der Digitalen Agenda, die die Leitlinien für die Gestaltung des digitalen Wandels vorgibt. Der IT-Gipfelprozess ist in neun Plattformen und zwei Foren organisiert, die die sieben Handlungsfelder aus der Digitalen Agenda aufgreifen und konkrete Projekte erarbeiten. Eine dieser Plattformen ist die Plattform Industrie 4.0.