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Industrie 4.0 in Nordrhein-Westfalen: Mittelstand gestaltet digitalen Wandel
ProduktionNRW am 28.9. in Düsseldorf
Einleitung
Nordrhein-Westfalen – ein Bundesland, dessen Wirtschaft von vielen kleinen und mittleren Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau geprägt ist. Sie sind es, die in Zukunft als Enabler und Problemlöser bei Produkten und Prozessen in der Industrie 4.0 gefragt sein werden. Doch oft sind ihre Ressourcen begrenzt und viele fragen sich, welchen Weg sie in Richtung Industrie 4.0 einschlagen sollen.
Die Referentinnen und Referenten auf dem Kongress ProduktionNRW am 28.9. in Düsseldorf
Ihnen mögliche Wege aufzuzeigen – das war Ziel der Veranstaltung „Industrie 4.0 – Erfolgreiche Strategien für den Mittelstand in NRW“ am 28. November ausgerichtet von ProduktionNRW, der Plattform Industrie 4.0 und dem Wirtschaftsministerium. Mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschen sich auf dem Industrie 4.0-Kongress in Düsseldorf über neue Geschäftsmodelle, intelligente Produktionsabläufe und Datensicherheit aus.
Neben NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin hielten Vertreterinnen und -vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik Vorträge und die Anwesenden kamen in Workshops zusammen, um gemeinsam mit Expertinnen und Experten – u.a. auch aus der Plattform Industrie 4.0 – unterschiedliche Themen zu vertieften.
Industrie 4.0 eröffnet Chancen für neue Geschäftsmodelle
Vom Hersteller für Haushaltstechnik über den Softwareentwickler hin zum Komplettanbieter in der bahnverarbeitenden Industrie – Industrie 4.0 eröffnet Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau und industrienaher Dienstleistungen neue Chancen, innovative Geschäftsfelder zu entwickeln. Beim Workshop, den Dr. Markus Dicks von der Geschäftsstelle der Plattform Industrie 4.0 moderierte, erfuhren die Teilnehmenden u.a. mehr darüber, wie neue Geschäftsmodelle entstehen und wie der Weg zu einem neuen Geschäftsmodell aussehen kann.
Von großem Interesse waren die Erfahrungsberichte der drei auf dem Podium vertretenen Unternehmen. Dabei wurden die Unterschiede in der Umsetzung deutlich: Maschinenhersteller gehen andere Wege als Softwareentwickler, wenn es um neue Geschäftsmodelle geht. Alle Beteiligten waren sich einig, dass der Kunde zukünftig weiter in den Mittelpunkt rückt. Es wird darauf ankommen, Ökosysteme zu schaffen, die dem Kunden mehr als nur ein Produkt bieten. Zukünftig gehören neben dem Produkt auch Apps und nachgelagerte Services zum Geschäftsmodell, wenn ein Unternehmen am Markt bestehen will.
Die Fragen und Anmerkungen aus dem Auditorium machten zudem deutlich, dass Kunden- und Maschinendaten eine zentrale Rolle spielen werden. Die drei Unternehmensvertreter rieten den rund 150 Zuhörern Industrie 4.0 als einen evolutionären Prozess zu verstehen, den es aktiv zu gestalten gilt.
Daten rechtlich und technologisch schützen
Wie sichern sich Unternehmen in vernetzten Wertschöpfungsketten ausreichend vor Eingriffen Dritter ab? Welche rechtlichen Regeln sollten beachtet werden, um Know-how zu schützen? Der Daten-Workshop gab Antworten. Derzeit hemmen viele Gesetze und Regelungen Unternehmen, die Digitalisierung voranzutreiben – doch digitale Geschäftsmodelle benötigen genügend Raum zur Entfaltung. Gleichzeitig müssen Unternehmensinteressen und den USP der Unternehmen geschützt werden.
Träger der Veranstaltung ist das vom VDMA NRW durchgeführte Cluster für Maschinenbau und Produktionstechnik, ProduktionNRW, in Zusammenarbeit mit der Plattform Industrie 4.0 und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Die Plattform Industrie 4.0 war in diesem Jahr zum zweiten Mal mit dabei, um Unternehmen in NRW auf ihrem Weg in eine digitale Produktion zu unterstützen.
Eindrücke und Stimmen
„Ein zentraler Schritt auf dem Weg zu einer digitalisierten Industrie ist der fachliche Austausch. Ob innovative Geschäftsideen, vernetzte Produktionsabläufe oder Datenschutz: Industrie 4.0 lässt sich nur dann erfolgreich umsetzen, wann wir diese Faktoren zusammendenken. Dazu müssen wir vor Ort ins Gespräch kommen und die Unternehmen dort abholen, wo sie stehen. ProduktionNRW ist hierfür ein starker regionaler Partner, um den Austausch von Impulsen und Ideen mit den Akteuren vor Ort zu diskutieren.“ Markus Dicks, Geschäftsstelle Plattform Industrie 4.0, zur Veranstaltung
„Die Vielfalt von Themen und Akteuren im Bereich der Digitalisierung macht deutlich, dass Industrie 4.0 nicht im Alleingang bewältigt werden kann – es sind Kooperationen und Partnerschaften gefragt, um Know-how und Schlagkraft zu bündeln und Wissen zu teilen. Gerade für mittelständische Firmen mit begrenzten Ressourcen ist das Netzwerken sinnvoll, um ihre eigenen Möglichkeiten zu erweitern.“ Wolf D. Meier-Scheuven, ProduktionNRW-Clustersprecher anlässlich des Kongresses
„Der Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen hat sehr gute Chancen, seine Position als exzellenter Anbieter von Produkten und Prozessen in der Industrie 4.0 weiter auszubauen. Durch seine beispiellose Unternehmens-, Branchen- und Forschungsvielfalt verfügt NRW über eine hervorragende Ausgangslage, um Digitalland Nummer eins in Deutschland zu werden.“ NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin am Rande des Kongresses
„Die Digitalisierung ist der Zug, den niemand verpassen darf, will er nicht mittelfristig von der Konkurrenz aus USA oder Fernost komplett überholt werden. Gerade für mittelständische Unternehmen ist die Digitalisierung von Produktionsprozessen aber noch eine der größten unternehmerischen Herausforderungen. Nur wer frühzeitig auf smarte Produktionsprozesse, Plattformen und Dienstleistungen setzt, wird auch in Zukunft auf den nationalen und internationalen Märkten bestehen können. Deshalb unterstützt das BMWi über die Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren - eines davon in Dortmund - den Mittelstand auf dem Weg in die digitale Zukunft. Entscheidend ist, dass der Mittelstand die Angebote jetzt annimmt." Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie (BMWi)
„Um den Industriestandort Deutschland in die digitale Zukunft zu führen, müssen hohe Anforderungen an Forschung und Entwicklung, Ausbildung und Qualifizierung, Normen und Standards, Rechts- und Datensicherheit erfüllt werden." VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge