Stand der Plattform Industrie 4.0 auf der CeBIT

© BMWi / Michael Reitz

Vergangene Woche fand die weltweit größte Messe für Informationstechnik in Hannover statt. Die CeBIT öffnete ihre Türen vom 14. bis 18. März und auch Vertreter der Plattform Industrie 4.0 waren in diesem Jahr mit dabei. Unter anderem präsentierten sie einen Wegweiser, der Unternehmen über schützenswerte IT-Sicherheitsbereiche aufklärt und praxisnahe Handlungsmöglichkeiten aufzeigt, um Industrie 4.0-Technologien sicher einzusetzen. Das große Interesse und anregende Diskussionen an den Messetagen zeigten: Das Thema Sicherheit in einer vernetzten Produktion ist ein essenzielles – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Stand B54 in Halle 6 stand am 15. März ganz im Zeichen der IT-Sicherheit. Beim FutureTalk stellte die Arbeitsgruppe Sicherheit vernetzter Systeme der Plattform Industrie 4.0 einen Wegweiser „IT-Security – Erste Schritte zu einer sicheren Produktion“ vor. Das Papier soll insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unterstützen, eigene Fertigungs- und Unternehmensprozesse auf IT-Sicherheitsbedarf und -lücken zu untersuchen. Zahlreiche interessierte Besucher waren gekommen, um gemeinsam mit Michael Sandner von der Volkswagen AG (Leiter der Arbeitsgruppe „Sicherheit vernetzter Systeme“ der Plattform Industrie 4.0) sowie Expertinnen und Experten weiterer Initiativen zu diskutieren, inwiefern vernetzte Produktionsabläufe Sicherheitsstandards und Handlungsbedarf von Unternehmen verändert.

Wegweiser hilft, KMU fit für IT-Security zu machen

Mit dem Wegweiser gibt die Plattform Industrie 4.0 einen Einblick in die zentrale Industrie 4.0-Thematik IT-Security. Mittelständische Unternehmen sollten in der Lage sein, in zukünftigen Kooperationsnetzwerken ihrer Partner oder Kunden mitzuwirken und eigenständig zu agieren – auch, um zu verhindern, dass Geschäftsanteile zukünftig nicht verloren gehen. Eine der wesentlichen Herausforderungen dabei werde sein, digitale Kompetenzen aufzubauen. Die Industrie 4.0 ist zunehmend geprägt von unternehmensübergreifenden Kooperationen, bei denen Unternehmen gemeinsam Produkte entwickeln und herstellen. Damit Industrie 4.0 gelingt und ihr Potenzial für den deutschen Mittelstand gehoben werden kann, ist es notwendig, das eigene Unternehmen auf einen Stand zu bringen, von dem aus die zukünftigen Sicherheitsanforderungen erfüllt werden können – so das Resümee der Plattform Industrie 4.0.

Analyse: Wo steht das eigene Unternehmen aus Sicht der IT-Security?

Und wie kann das in der Praxis gelingen? Der Wegweiser bietet konkrete Handlungsmöglichkeiten für KMU, die der FutureTalk beispielhalft aufzeigte: Es sei zwingend erforderlich, zunächst die eigene Position des Unternehmens innerhalb des Wertschöpfungsnetzwerks, das durch Industrie 4.0 entsteht, zu bestimmen. Dabei gehe es insbesondere darum, sich als Unternehmen bewusst zu machen, mit wem es künftig zusammenarbeiten wird und wo das Unternehmen in diesem Netzwerk steht. So könne sich das Unternehmen auf den Einsatz von Industrie 4.0 vorbereiten und ableiten, welche Unternehmenswerte besonderen Schutz bedürfen und welche Sicherungsmaßnahmen notwendig sind, um die Unternehmenswerte zu schützen. Der Fokus liege dabei auf den einzuhaltenden „VIV“-Schutzzielen des Datenaustauschs: Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit. Darüber hinaus gewinne auch die Authentizität (Identifikation und Autorisierung eines Kommunikationspartners) in der Industrie 4.0 zunehmend an Bedeutung.

Welche Fragen wichtig sind, um leichter in die eigene Risikoanalyse einzusteigen und welche Themen priorisiert angegangen werden sollten, um Voraussetzungen für Industrie 4.0 zu schaffen, zeigt der Wegweiser. Zunächst hänge es aber von der individuellen Situation des jeweiligen Unternehmens ab, welche Schritte eingeleitet werden sollten, um das eigene Unternehmen und insbesondere die eigene Produktion aus Sicht von IT-Security weiterzuentwickeln.

Auch am vierten Messetag erörterten zahlreiche Interessierte gemeinsam mit Dr. Lutz Jänicke von PHOENIX CONTACT Cyber Security AG, Michael Jochem von der Bosch Rexroth AG und Marcel Kisch von IBM verschiedene Aspekte des von der Plattform Industrie 4.0 veröffentlichten Wegweisers. Die Diskussion fand im Rahmen des Forums „IT-Security für KMUs: Wie Industrie 4.0 das Thema Sicherheit in einer vernetzten Produktion verändert“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) statt.

Interessierte Messe-Teilnehmer konnten sich außerdem auf dem Messestand des BMWi in Halle 6 auf der plattformeigenen Landkarte (www.plattform-i40.de/I40/Landkarte) über Umsetzungsbeispiele für Industrie 4.0 in Deutschland informieren. Viele nutzten auch die Gelegenheit, um mit Vertretern der Plattform Industrie 4.0 ins Gespräch zu kommen.