Am Dienstag, 27. Oktober, kamen die Spitzen der deutschen und französischen Politik zusammen, um über mögliche Kooperationen im Bereich der Digitalisierung der Industrie zu sprechen. Die Konferenz begann um 13.30 Uhr im Pariser Élysée-Palast und wurde von den Ministern Gabriel und Macron eröffnet. Keynotes wurden von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem französischen Staatspräsidenten Francois Hollande und EU-Kommissar Günther Oettinger gesprochen.

Im Vorfeld der Konferenz hatte sich die Plattform Industrie 4.0 mit ihrem französischen Pendant „Industrie du futur“ zusammengetan: Vormittags diskutierten Mitglieder der beiden Plattformen in einem Workshop, welche Schnittstellen im Thema Industrie 4.0 zwischen Deutschland und Frankreich liegen. Die Ergebnisse des Workshops wurden nachmittags auf der Konferenz in einem Panel ausführlich präsentiert und diskutiert.

In dem Panel saßen unter anderem Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der baden-württembergischen Wittenstein AG und Thomas Hahn von der Siemens AG. Die beiden sind wichtige Vertreter der deutschen Plattform Industrie 4.0. Sie erörterten mit ihren französischen Kollegen neue Geschäftsmodelle und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaftssysteme der beiden Länder, besondere Herausforderungen der industriellen Digitalisierung für kleine und mittlere Unternehmen und einen veränderten Ausbildungs- und Qualifizierungsbedarf. Es ging dabei zum einen um die bilaterale Zusammenarbeit – sowohl Frankreich als auch Deutschland können aus den Erfahrungen der anderen Seite profitieren. Aber auch die europäische Perspektive wurde beleuchtet: Wie kann das Thema Industrie 4.0 im EU-Kontext vorangetrieben werden? Vor allem in den Bereichen Arbeit, Aus- und Weiterbildung sowie Forschung gibt es im europäischen Kontext zahlreiche Ansatzpunkte.

Als Ergebnis verabschiedeten die beiden Regierungen aus Deutschland und Frankreich eine gemeinsame Erklärung zur Beschleunigung des digitalen Wandels in der Wirtschaft. Zum Thema Industrie 4.0 kamen die beiden Regierungen überein, einen Dialog über die wesentlichen Herausforderungen für die Zukunft der Industrie anzustoßen, um eine Zusammenarbeit der beiden Plattformen Industrie 4.0 und Industrie du Futur bis Ende 2015 zu entwickeln. Die Zusammenarbeit wird auf gemeinsamen Prioritäten und Zielen basieren. Mögliche Themen für eine solche vornehmlich unternehmensbasierte Zusammenarbeit sind Forschung & Innovation, gemeinsame Anwendungsfälle und technische Einrichtungen, Normen, Sicherheit, Rechtsrahmen, Kompetenzen und Arbeitsbedingungen.