Anwendungsbeispiele: Aus- und Weiterbildung
Produktbeispiele: Softwarelösungen
Entwicklungsstadium: Marktreife / produktiver Einsatz
Unternehmensgröße: mehr als 15.000 Mitarbeiter
Region: Baden-Württemberg
Learning Journey Data Science – Lernfahrplan für Beschäftigte, die im Bereich Data Science Kompetenz aufbauen möchten Bild vergrößern: Learning Journey Data Science – Lernfahrplan für Beschäftigte, die im Bereich Data Science Kompetenz aufbauen möchten

Learning Journey Data Science – Lernfahrplan für Beschäftigte, die im Bereich Data Science Kompetenz aufbauen möchten

© SAP SE

Welche Herausforderungen galt es zu lösen und welcher konkrete Nutzen ergab sich?

Die digitale Transformation hält auch für ein globales Softwareunternehmen wie die SAP zentrale Herausforderungen bereit. Insbesondere die wachsende Verbreitung von Cloud-Konzepten führt zu veränderten Dynamiken im Markt für Unternehmenssoftware und erzeugt neue Anforderungen an Geschäftsmodelle, Arbeitsorganisation und Beschäftigte. Die SAP arbeitet deshalb an der Migration existierender Softwarelösungen in die Cloud sowie an der Entwicklung neuer cloudbasierter Angebote, beispielsweise in den Bereichen Big Data und Internet of Things.

Diese Entwicklungen verändern auch die Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten grundlegend. Zum einen setzt das Unternehmen auf die Gewinnung von Fachkräften für neue Technologien und rekrutiert Talente aus der Generation der sogenannten Digital Natives. Zum anderen möchte SAP gerade an etablierten Standorten mit einer gewachsenen Altersstruktur wie in Deutschland sämtliche Beschäftigte durch systematische Weiterbildung für die neuen Anforderungen qualifizieren.

Die digitale Anwendung ermöglicht, dass die betriebliche Weiterbildung, welche bei SAP grundsätzlich stark in den Arbeitsalltag eingebettet ist, auf einfache Art und Weise organisiert und abgebildet werden kann. Der gut ersichtliche Lernfortschritt sorgt für Motivation bei den Lernenden und ermöglicht es der Führungskraft stets einen guten Überblick über die Qualifikationen ihres Teams zu behalten.

„Motivation ist der zentrale Baustein für erfolgreiche Weiterbildung und für Lernen im Allgemeinen“, weiß Markus Bell, globaler Ausbildungsleiter der SAP SE aus langjähriger Erfahrung. „Hier muss man für die Mitarbeiter die organisatorischen Rahmenbedingungen schaffen, damit sie Spaß am Lernen haben und es nicht als Belastung empfinden. Flexibilität des Lernangebots ist daher in doppelter Hinsicht ein Erfolgsfaktor. Zum einen ist der flexible Zugang zum Lernangebot – auch über mobile Endgeräte – wichtig. Zum anderen muss eine flexible Anpassung auf die individuellen Bedürfnisse und das individuelle Lernverhalten möglich sein.“

Wie lässt sich der Industrie 4.0-Lösungsansatz beschreiben?

SAP führte Success Map Learning als integrierte Lösung für die Planung, Durchführung, das Monitoring und die Evaluation der betrieblichen Weiterbildung ein. Auf der cloudbasierten Lernplattform, die zugleich Teil des SAP-Produktportfolios ist, können individuelle Learning Roadmaps zu allgemeinen Kompetenzen aber auch zu speziellen Fachthemen erstellt werden. Hierbei können Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem umfangreichen Angebot aus Präsenzschulungen und Webinaren auswählen und Manager können ihnen Lernmodule empfehlen und den Lernfortschritt ihrer Teams überblicken.

Was konnte erreicht werden?

Durch die einfache Handhabung, die kontinuierliche Angebotserweiterung und die übersichtlichen Auswahl-, Planungs und Evaluationsmöglichkeiten der persönlichen Lernerfahrungen auf der Plattform Success Map Learning konnte erreicht werden, dass sich die Anzahl der Nutzer von Lernangeboten von 2015 zu 2016 (jeweils im 1.-3. Quartal) von rund 61.000 auf über 80.000 erhöht hat. 74% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Lernmöglichkeiten im Rahmen der jährlichen Mitarbeiterbefragung bewerteten, stimmten außerdem zu, dass sie Möglichkeiten nutzen konnten, ihre Fähigkeiten zu stärken und ihre Kompetenzen zu erweitern. Über 60% der Führungskräfte nahmen an speziellen Führungskräftetrainings teil, wodurch sich sowohl der Vertrauens-Index der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihre Führungskräfte erhöhte, als auch der Engagement-Index.

Mit welchen Maßnahmen wurde die Lösung erreicht?

Plattform als Maßnahme, Weiterbildung als Lösung

Zunächst wurde eine Pilotphase mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Vertrieb durchgeführt. Im Anschluss daran wurde SML Schritt für Schritt im gesamten Unternehmen ausgerollt. Dafür musste die neue Infrastruktur inklusive neuer Datensicherheitskonzepte, die gegenüber dem alten Lern-Management-System eine Vereinfachung bezüglich Nutzung und Instandhaltung der Lernumgebung darstellt, aufgebaut werden. Bestehende Lerninhalte von SAP sowie neue Lerninhalte externer Bildungsanbieter mussten in das neue System migriert und die Lernhistorie der Lernenden übertragen werden. Für den Betrieb und die Wartung wurden Systemadministratoren trainiert, Entscheidungen über Benutzerkonfigurationen und Standardeinstellungen für bestimmte Nutzergruppen getroffen und eine umfassende Prozessdokumentation durchgeführt. Der gesamte Prozess wurde außerdem in Verhandlungen mit dem Betriebsrat abgestimmt. Um die erfolgreiche Implementierung zu gewährleisten, wurde der Prozess von professionellen Change Management Maßnahmen begleitet, die unter anderem eine genaue Kommunikationsstrategie für die einzelnen Phasen des Roll-Outs, Schulungsangebote für die Nutzer sowie eine Umfrage zur Usability sechs Monate nach Einführung des Systems enthielt.

Was können andere davon lernen?

Das systematische Erfassen und Einbinden des Feedbacks der Beschäftigten über die cloudbasierte Lernplattform ist Schlüsselvoraussetzung für eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Weiterbildungsangebots.

  • Gezielte Anreize zur Förderung der intrinsischen Lernmotivation im Rahmen eines dialogorientierten Performance Managements erhöhen den Weiterbildungserfolg.
  • Learning on the Job braucht entsprechende Rahmenbedingungen.
  • Ein flexibles Lernangebot in doppeltem Sinne ist ein Erfolgsfaktor:

    • Flexibler Zugang auch von mobilen Endgeräten
    • Flexible Anpassungsmöglichkeiten auf individuelle Bedürfnisse und Lernverhalten