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Welche Herausforderungen galt es zu lösen und welcher konkrete Nutzen ergab sich?
Mit der Einführung von Industrie 4.0-Anwendungen ändern sich die Arbeitswelt und die Arbeitsabläufe der Beschäftigten zum Teil deutlich. Industrie 4.0 folgt jedoch keinem Masterplan, sondern die Anwendungs- und Verbreitungsformen sind in jedem Unternehmen anders. Die Herausforderung bestand darin, den Entwicklungsstand von Digitalisierung und Vernetzung für verschiedene Unternehmen transparent zu machen, ebenso wie die schon erkennbaren Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen und Arbeitsinhalte.
Betriebsräte und Geschäftsführungen erhalten nach Erarbeitung der Betriebslandkarte eine höhere Transparenz über den Entwicklungsstand von Industrie 4.0 und zwar nicht nur bezogen auf eine Abteilung, in der ein 4.0-Projekt gestartet wurde, sondern im Kontext und in der Gesamtschau auf das Unternehmen. So kann z.B. erhöhten Anforderungen an die Qualität von Arbeit, die durch die Analyse sichtbar werden, mit rechtzeitig geplanten Qualifizierungsmaßnahmen begegnet werden.
Stimmen zum Projekt:
„Die Bedeutung von Industrie 4.0 ist für TRILUX strategisch. Insofern hat das Projekt ,Arbeit 2020 in NRW‘ einen sehr konkreten Beitrag zur Transparenz geschaffen. Das ist wichtig, weil alle Beschäftigten diese Entwicklung verstehen und mittragen müssen – nur so können wir erfolgreich sein.“ Johannes Huxol, Geschäftsführer TRILUX GmbH & Co. KG
„Wir haben als Unternehmen schon einen großen Teil unseres anstehenden Veränderungsprozesses bewältigt. Die Landkarte hat uns jetzt noch mal systematisch die sehr unterschiedlichen Arbeitsrealitäten der Beschäftigten nähergebracht. In der Diskussion darüber werden jetzt die Gestaltungsthemen deutlich.“ Thomas Bause, Betriebsratsvorsitzender TRILUX GmbH & Co. KG
„Derzeit findet ein totaler Stimmungswandel statt. Industrie 4.0 wird durch die Betriebslandkarte plötzlich greifbar. Man kann selber etwas damit anfangen. Man merkt, dass es Prozesse sind, die man auch selbst beeinflussen kann, die mein Arbeitsumfeld direkt betreffen.“ Daniel Wollny, Betriebsratsvorsitzender, Achenbach Buschhütten GmbH
Wie lässt sich der Industrie 4.0-Lösungsansatz beschreiben?
Es handelt sich nicht um einen 4.0-Lösungsansatz, sondern ein Instrument, dass für mehr Transparenz und Orientierung sorgt und Gestaltungsfelder identifiziert.
Was konnte erreicht werden?
In bislang ca. 20 Unternehmen NRWs (weitere folgen) wurde die Betriebslandkarte im Dialog mit Betriebsrat, Beschäftigten und Geschäftsführungen erarbeitet. Allein schon der gemeinsame Dialog- und Arbeitsprozess hat für höhere Transparenz gesorgt. Das Verständnis, dass Technik- und Arbeitsgestaltung zwei Seiten einer Medaille sind, ist gewachsen. Die Betriebslandkarte wird weiterentwickelt und ggf. zu einem leichter handhabbaren Tool (z.B. App) ausgebaut.
Die Betriebslandkarte kann – in Abhängigkeit von der Betriebsgröße (und der Anzahl der Unternehmensbereiche) – in zwei bis vier ganztägigen Workshops im Betrieb erstellt werden. Beteiligt sind das Betriebsratsgremium, sachkundige Beschäftigte, Führungskräfte der einzelnen UN-Bereiche. Durchgeführt werden die Workshops von einem Projektbearbeiter/in der IG Metall NRW und einem/einer Beraterin, die im Projekt Arbeit 2020 tätig sind.
Was können andere davon lernen?
Für die Erarbeitung der Betriebslandkarte gilt: enge Zusammenarbeit aller betroffenen Bereiche, Kommunikation und Dialog wird gestärkt mit dem Ergebnis höherer Transparenz. Mitarbeiter und Betriebsrat sind im gesamten Prozess eingebunden und können daher den Prozess der Digitalisierung konstruktiv mittragen.