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Welche Herausforderungen galt es zu lösen und welcher konkrete Nutzen ergab sich?
Hilscher Technologie wird weltweit von fast allen Steuerungsfirmen und Geräteherstellern eingesetzt, die in der Automatisierung tätig sind. Die globalen Absatzmärkte erfordern jedoch einen gemeinsamen Ansatz für die verschiedenen Referenzarchitekturen. Mit der netX Chip Technologie bietet Hilscher dazu einen Ansatz für die Kommunikation. Für die Anbieter von Cloud-Infrastrukturen ermöglicht die Technologie erstmals den Zugang bis in die unterste Feldebene. Während die Feldgerätehersteller unabhängig vom Protokoll und SPS-Typ ihre Geräte für Konfigurationen und Diagnosen erreichen. Dazu hat das Unternehmen im Dialog mit Steuerungsherstellern, IT-Cloud-Anbietern, Geräteherstellern und dem Maschinen- und Anlagenbau Anforderungen erarbeitet und mit den in Deutschland sowie den USA vorhandenen Referenzarchitekturen und Modellen abgeglichen.
Wie lässt sich der Industrie 4.0-Lösungsansatz beschreiben?
Hilscher überlagert die Echtzeit Ethernet Protokolle mit einer IOT-Kommunikation durch OPC UA und MQTT. Die gemeinsam mit IBM und NEXCOM entwickelten Cloud Gateways ermöglichen eine parallele Infrastruktur. Maschinenbauer können so, ihre Maschinen mit den Vorteilen von Industrie 4.0 betreiben. Feldgerätehersteller bieten durch integrierte netX-Technologie eine Kommunikationslösung für Industrie 4.0 an.
„Industrie 4.0 und Industrial Internet bedeutet für uns die vierte industrielle Revolution, die eine durchgängige Kommunikation vom Sensor bis in die Cloud benötigt. Wir nennen das Industrial Cloud Communication und netIOT ist unsere Technologie dazu. Basierend auf weltweiten Standards, umfassend und genauso entschlossen wie wir es immer tun, wenn wir von etwas fest überzeugt sind.
Wir kennen nicht Ihre Geschäftsmodelle von morgen, aber wir können Ihnen schon heute die Technologie liefern, die Sie dazu benötigen.“
Hans-Jürgen Hilscher, Geschäftsführer.
Was konnte erreicht werden?
Hilscher unterstützt mit netIOT die RAMI 4.0-Integration der Referenzarchitekturebenen, die Kommunikation und die Information. Auf diesen Ebenen werden durch netIOT die Daten erfasst, weitergeleitet und vorverarbeitet. Aus Sicht der Hierarchieebenen deckt die netIOT Lösung mit der netIOT Interface-Produktlinie die Ebene mit den Feldgeräten ab. Die netIOT Edge-Gateways sind auf der Ebene der Steuerungen angeordnet und liefern dann mit den Angeboten des netIOT Service die Informationen an die Station und die höheren Ebenen.
Für den Gerätehersteller wird damit eine durchgängige Vernetzung bis zur Cloud möglich. Er hat eine skalierbare, plattformunabhängige Lösung mit einer offenen, an zukünftige Anforderungen anpassbare Architektur. Der Maschinen- und Anlagenbauer profitiert unmittelbar von der neuen IOT-Funktionalität der netIOT Edge-Gateways: Denn damit kann auf alle Informationen des angekoppelten SPS-Netzwerks über die gewohnte und kostengünstige IT-Infrastruktur zugegriffen werden. Die Diagnosedaten und Bus-Topologie werden vom Edge-Gateway aus den Feldgeräten eingelesen und via Browser oder App per WiFi-Verbindung auf Tablets oder Smartphones übertragen.
IT-Systemanbietern öffnet sich mit der intelligenten Verbindung und Automatisierungsgeräte-Interaktion in Maschinen und Anlagen auf einer gemeinsamen Datenbasis neue Möglichkeiten, die eine schnellere, effizientere und deutlich flexiblere Produktion ermöglichen. Die Industrie 4.0-Lösung erzeugt eine Vielzahl interessanter Daten aus den Sensoren und Aktoren der Feldebene – also Big Data –, die anschließend einen Mehrwert generieren.
Mit welchen Maßnahmen wurde die Lösung erreicht?
Auf der existierenden Kommunikationsinfrastruktur werden die Industrie 4.0- bzw. Industrial Internet Informationen parallel und rückwirkungsfrei zu den Real-Time-Ethernet Daten übertragen und über das NetIOT Edge-Gateway gesammelt, verdichtet und an eine überlagerte Cloud übergeben. Die Technologie für die netIOT Edge-Gateways wurde zusammen mit NEXCOM International entwickelt. Die Anbindung an die Bluemix Cloud wurde gemeinsam mit IBM Deutschland erarbeitet.
Was können andere davon lernen?
Von Kunden weltweit lässt sich lernen: Die Ansätze in den USA und in Deutschland sind zwar verschieden, bringen aber die gleichen Ergebnisse hervor. Darüber hinaus ist auch China mit einzubeziehen. Dort werden derzeit mit Abstand die meisten Patente zu Industrie 4.0 und Industrial Internet bezogenen Entwicklungen angemeldet.
Weiterführende Informationen
04.11.2015
Publikation:Hilscher ist Ihr Partner für Industrie 4.0 und Industrial Internet