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Connected Aero Engine
"Big Data" im Einsatz – Engine Health Monitoring bei Geschäftsflugzeugen
Einleitung
Anwendungsbeispiele:
Produzierende Industrie
Wertschöpfungsbereich:
Design & Engineering,
Produktion & Lieferkette,
Service
Entwicklungsstadium:
Marktreife / produktiver Einsatz
Unternehmensgröße:
5000 - 15.000 Mitarbeiter
Region:
Brandenburg
Welche Herausforderungen galt es zu lösen und welcher konkrete Nutzen ergab sich?
Die Messung, Übermittlung und Auswertung von Triebwerksdaten während und nach dem Flug ist ein wesentlicher Aspekt bei der Analyse des gegenwärtigen Triebwerkszustandes und der Vorhersage von Trends – auch für einzelne Bauteile. Die gewonnenen Erkenntnisse werden dann bei der Entwicklung neuer Triebwerke eingesetzt. Der Betreiber des Flugzeugs profitiert durch das „Engine Health Monitoring“ nachweislich durch weniger triebwerksbedingte Verzögerungen bzw. Ausfälle geplanter Flüge.
„Big Data“ Methoden ermöglichen konkreten Nutzen für die Kunden in Form von Informationen und Entscheidungsunterstützungen. Indem große Mengen an Triebwerksdaten zeitnah erhoben, aufbereitet und geeignet dargestellt werden, lassen sich Störungen im Betriebsablauf seitens der Kunden minimieren.
Der Rolls-Royce Operational Service Desk in Dahlewitz bei Berlin benutzt Daten der „Connected Engines“, um mögliche Betriebsstörungen von Triebwerken schneller zu erkennen, sie in der Praxis zu vermeiden oder effektiver und effizienter lösen zu können.
„Betriebsdaten sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Arbeit unseres 24/7 Operational Service Desks. Der zunehmende Umfang an Informationen, die wir aus ihnen gewinnen können, ermöglicht uns Lage und Situation in den Flotten und von einzelnen Kunden optimal bewerten zu können. Potentielle technische Probleme lassen sich so vielfach bereits adressieren und damit vermeiden, bevor sie sich im Betrieb der Triebwerke auswirken.“ (Jörn Lindstädt, Service Operations Executive – On Wing, Rolls-Royce Deutschland Ltd & Co KG)
Wie lässt sich der Industrie 4.0-Lösungsansatz beschreiben?
Bei Verkehrsflugzeugen ist eine automatische Erfassung und Übermittlung von Rolls-Royce Triebwerksparametern bereits fest etabliert und verbreitet. Die dort entwickelten Verfahren werden nach und nach auf die Geschäftsflugzeugflotte übertragen und angepasst. Zur Aufbereitung und Auswertung der Daten werden Architekturen und Lösungsansätze aus dem Stand der Technik im „Big Data“ Umfeld angewandt und im Kontext einer Gesamtstrategie weiter entwickelt.
Was konnte erreicht werden?
Die Verfügbarkeit operativer Daten in großem Umfang ermöglicht neue und tiefere Einblicke in den tatsächlichen Betrieb der Produkte von Rolls-Royce seitens der Kunden. Serviceteams erhalten ebenfalls einen besseren Überblick: Sich abzeichnende Irregularitäten können früher erkannt und noch zuverlässiger diagnostiziert werden, was die Behebung möglicher Fehler verbessert. Die Unterscheidung zwischen Entwicklungen bei einzelnen Triebwerken und der gesamten Flotte an Triebwerken eines Typs wird vereinfacht. Die gewonnenen Einsatzdaten sind eine wertvolle Informationsquelle bei der Entwicklung neuer Produkte.
Mit welchen Maßnahmen wurde die Lösung erreicht?
Die Betriebsdaten der beteiligten Triebwerke werden bereits im Flugzeug erfasst, gesammelt und in strukturierter Weise an das 24/7 Operationscenter übertragen bzw. dort verarbeitet. Aus den großvolumigen Datensätzen werden relevante Indikatoren, Metadaten und erste Diagnosen abgeleitet und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Serviceteams verfügbar gemacht. Das System ermöglicht den schnellen Zugriff auf relevante Informationen aus der Masse an eintreffenden Daten. Neben Flottenübersichten existieren Detailansichten aller Parameter im Flug, sowie Suchmaschinen und Statistikwerkzeugen. An der Umsetzung waren sowohl externe Entwickler als auch Experten von Rolls-Royce, insbesondere von Controls & Data Services beteiligt.
Was können andere davon lernen?
„Just Do It“. Um Informationen aus großen Datenmengen zu destillieren ist es erforderlich, die Daten einer Analyse verfügbar zu machen. Im ersten Anlauf sollte eine „kreative Phase“ möglich sein, in der potentielle Lösungen untersucht und gegebenenfalls auch wieder verworfen werden. Die bei diesem Prozess entstehenden Anwendungen können durchaus von den Erwartungen abweichen.
Weiterführende Informationen
Externer Link:Übersicht über heute verfügbare Condition Monitoring Services