Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH - Continuous Mixing Technology

Das Herzstück der kontinuierlichen Produktion als Kern des Fully Automated Supply and Transport-Konzept

  • Anwendungsbeispiele
    • Produzierende Industrie
  • Wertschöpfungsbereich
    • Produktion & Lieferkette
  • Entwicklungsstadium
    • Marktreife / produktiver Einsatz
  • Unternehmensgröße
    • 250 - 5000 Mitarbeiter
  • Region
    • Baden-Württemberg
Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH
Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH
© Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH

Welche Herausforderungen galt es zu lösen und welcher konkrete Nutzen ergab sich?

Schnell, effizient, qualitativ hochwertig, nachhaltig: Mit der „kontinuierlichen Produktionstechnologie“ (CMT/Continuous Manufacturing Technology) setzt Pfizer auf eine eigene Entwicklung zur Tabletten- und Kapselfertigung. Am Standort Freiburg wurden ca. 50 Mio. Euro in die Entwicklungen und technischen Anpassungen dieses Verfahrens investiert. Als erstes großes Pharmaunternehmen nutzt Pfizer die kontinuierliche Produktion, die bislang nur in der Lebensmittelbranche eingesetzt wurde.

Langwierige Laboruntersuchungen gehören der Vergangenheit an. So entstand eine Fertigungsstelle im Sinne einer Industrie 4.0: hoch automatisiert, geregelt, überwacht und gesteuert durch modernste, digitalisierte Technik und vernetzte Computersysteme. Durch angepasste Visualisierungssysteme (Pro-Vid; VINCC) ist es den Mitarbeitern möglich auf einfachste bildliche Art diese komplexen Systeme zu überwachen und zu steuern. Damit ist sichergestellt, dass alle Phasen des Produktionszyklus eines Arzneimittels dokumentiert und überwacht werden – von der Anlieferung der Rohstoffe bis zur Versendung der Fertigware in den Markt.

In enger Kooperation mit Hochschulen und Industrieunternehmen aus der Region haben wir die weltweit erste Anlage nach dem Konzept der Kontinuierlichen Fertigung in der Pharmaindustrie entwickelt und aufgebaut. „Damit sind Pfizer Deutschland und das Werk Freiburg Technologieführer in der Herstellung von Medikamenten in intelligenter Produktionsumgebung nach Industrie 4.0-Maßstäben“, sagt Peter Albiez, Vorsitzender der Geschäftsführung Pfizer Deutschland.

Wie lässt sich der Industrie 4.0-Lösungsansatz beschreiben?

Continuous Manufacturing Technology (CMT) – ein neuer Prozessfluss in drei Schritten:

Versorgen: Die Wirk- und Hilfsstoffe werden künftig in sehr großen Gebinden, sogenannten „Big Bags“, bereitgestellt und können ohne weitere Zwischenschritte direkt in der Produktion verwendet werden. Die Big Bags wurden von Pfizer entwickelt und verfügen über ein Fenster zur Qualitätskontrolle mittels Raman-Spektroskopie. Manuelles Probenziehen ist nicht mehr erforderlich.

Dosieren: Die Wirk- und Hilfsstoffe werden dem Produktionsprozess über ein vollautomatisches Fördersystem zugeführt und entsprechend der Medikamentenzusammensetzung genau dosiert.

Mischen: Eine Mischereinheit vermengt die Wirk- und Hilfsstoffe zu einer homogenen Mischung, die z. B. in einem Kapselfüller weiterverarbeitet werden kann. Die Durchsatzrate des kontinuierlichen Mischers reicht von 5 bis 1000 kg pro Stunde. Mit dieser hohen Flexibilität können wir schnell auf den Marktbedarf reagieren. Damit produzieren wir das, was der Patient benötigt. Eine Kernkomponente der kontinuierlichen Fertigung ist die Online-Qualitätsmessung mithilfe der Prozess-Analyse-Technologie (PAT). Sie bindet die Qualitätssicherung in den laufenden Prozess ein und stellt somit die Informationstransparenz sicher. Durch den Einsatz von Digitalisierung ist eine 100%-ige Rückverfolgbarkeit und Onlineüberwachung des Materialtransports/-bewegung zu jedem Zeitpunkt möglich.

Was konnte erreicht werden?

Mit der neuen kontinuierlichen Mischtechnologie ist es den Pfizer-Ingenieuren und -Verfahrenstechnikern gelungen, Wirkstoffe und pharmazeutische Hilfsstoffe in unterschiedlichsten Mengen mit extrem hoher Genauigkeit in einem fortdauernden Prozess zu verarbeiten. Ein hoher Automatisierungsgrad und Einsatz modernster Digitalisierung garantieren höhere Flexibilität und Skalierbarkeit bei konstant hoher Qualität sowie höhere Leistung bei geringeren Kosten. Gleichzeitig ist der Standort Freiburg in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit Vorreiter in der pharmazeutischen Industrie. Mit der Umstellung auf die kontinuierliche Produktion optimiert Pfizer den Rohmaterial- und Wirkstoffwert, was den ökologischen Fußabdruck weiter verbessert.

Mit welchen Maßnahmen wurde die Lösung erreicht?

Das Werk in Freiburg setzt auf die Entwicklungsarbeit der Forschung von Pfizer in Groton, Connecticut, USA. Von dort aus kommen die Substanzen, die in Freiburg für die Herstellung von klinischen Mustern und Marktware weiter entwickelt und produziert werden. Die Konzeption zur Umsetzung vom Forschungs- und Entwicklungsmaßstab in den großtechnischen Maßstab erfolgte in Kooperation zwischen dem Freiburger Werk, Professoren und Studenten der Hochschulen Offenburg, Freiburg und Sigmaringen sowie Industriepartnern.

Was können andere davon lernen?

Die internationale und nationale Kooperation zwischen den Pfizer-Standorten sowie der Wissenschaft und den Industriepartnern ist einer der Erfolgsfaktoren.

Kontakt
Dr. Axel Glatz Werksleiter und Geschäftsführer +49 30 / 55 00 55 - 01 Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH
Mooswaldallee  1,  79108 Freiburg
http://www.pfizer.de/