ELSCHUKOM: Produktionsüberwachung Drahtfertigung

Aus dem Kombinat zum Hightech-Draht

  • Anwendungsbeispiele
    • Produzierende Industrie
  • Wertschöpfungsbereich
    • Produktion & Lieferkette
  • Entwicklungsstadium
    • Marktreife / produktiver Einsatz
  • Unternehmensgröße
    • 1 - 250 Mitarbeiter
  • Region
    • Thüringen
Mitarbeiter in der Fertigung bei der Qualitätskontrolle eines Drahtes
Mitarbeiter in der Fertigung bei der Qualitätskontrolle eines Drahtes
© ELSCHUKOM GmbH/Ute Poerschke

Welche Herausforderungen galt es zu lösen und welcher konkrete Nutzen ergab sich?

Für das Projekt war es erforderlich, alle Mitarbeiter auf den erforderlichen Kenntnisstand zu bringen und teilweise Jahrzehnte alte Prozesse zu ändern. Das Produktionsumfeld, in dem die Lösung implementiert werden sollte, bestand aus vielen unterschiedlichen Maschinen mit Baujahren zwischen 1911 und 2017. Diese mussten mit pragmatischen Lösungen aber teilweise massiven Eingriffen in Funktion und Design auf einen gleichen technischen Stand für die Systemanbindung gebracht und dann schrittweise in das Gesamtkonzept eingebunden werden.

Bei der Arbeit wurde nicht auf bekannte oder standardmäßig angebotene Industrie 4.0-Lösungen zurückgegriffen. Der konkrete Nutzen ergab sich aus dem wirtschaftlichen Bedarf für Lösungen für eine stabilere und bessere Produktqualität, bessere Nachverfolgbarkeit und Kundenanforderungen an Feinstdrähte mit sehr geringen Toleranzen in der Spezifikation.

„Vor zehn Jahren hatten wir eine Vision zu einer einfachen Produktionsüberwachung für unsere Drahtfertigung. Dank dem Engagement aller Mitarbeiter entwickelte sich hieraus etwas, das viel besser und viel umfassender in seiner Funktionalität ist, als wir es uns erträumt haben.“ Ute Poerschke, Geschäftsführerin

Wie lässt sich der Industrie 4.0-Lösungsansatz beschreiben?

Da ein Draht sich selbst nicht kennzeichnen lässt, ist die Grundlage der Gesamtlösung eine Kennzeichnung der verwendeten Spulen. Mittels QR-Code werden hiermit über die gesamte Wertschöpfungskette Maschinen, Werkzeuge und Produkte gekennzeichnet und in einer zentralen Datenbank erfasst. Hinzu kommt die Erfassung aller Produktionsparameter und Qualitätsdaten, die der jeweiligen Spule zugeordnet werden. Die Software und die zugehörige Datenbank sind eine sql-basierte Lösung auf einem internen Serversystem.

Was konnte erreicht werden?

Mit der Software werden heute die gesamte Lagerhaltung, Produktion und Qualitätskontrollen in der Drahtfertigung gemanagt. Durch die verfügbaren Daten lässt sich zu jedem Zeitpunkt auf Knopfdruck ein steuerlich anerkannter bewerteter Lagerbestand berechnen. Die Abweichungen liegen nachweislich im Bereich unter einem Promille. Dadurch ist auch Kostentransparenz für jede Lieferung gegeben, womit sich leicht die Profitabilität eines Kundengeschäfts ermitteln lässt. Auf der Qualitätsseite ist eine vollständige Nachverfolgbarkeit gegeben und durch Auswertungen lässt sich Potenzial für Optimierungen und kontinuierliche Verbesserungen schnell bestimmen. Leichtes Erkennen von Kapazitätsengpässe und die daraus resultierende Unterstützung von Investitionsentscheidungen sind ein zusätzlicher Vorteil.

Mit welchen Maßnahmen wurde die Lösung erreicht?

Zusammen mit der Firma IPC Klaus Mauderer wurde die Software über mehrere Jahre hinweg in kleinen Schritten definiert, umfassend getestet und dann ebenso schrittweise implementiert. Dadurch konnten zu jeder Zeit Erfahrung und Wünsche der firmeninternen Nutzer aber auch Kundenanforderungen mit einfließen. Die erforderlichen Sensoren, Messgeräte und periphere Hardware wurden unter kostenoptimalen Gesichtspunkten von beiden Firmen gemeinsam ausgewählt und in das Gesamtsystem mit eingebunden. Die Fertigungsmaschinen und insbesondere ihre Steuerungen wurden durch die firmeninterne Maschinenbauabteilung modernisiert und mit allem ausgerüstet, was erforderlich war, um die direkte Kommunikation mit der Software und dem Server zu ermöglichen.

Was können andere davon lernen?

Der wichtigste Baustein zum Erfolg war die Bereitschaft der Mitarbeiter, die neuen Prozesse zu akzeptieren und anzuwenden. Die erzielten Erleichterungen in der täglichen Arbeit haben dazu beigetragen, das Engagement der Mitarbeiter bei der Optimierung und Weiterentwicklung der Gesamtlösung zu stärken. Dennoch waren laufende Schulungen und interne Weiterbildung erforderlich - insbesondere die Kenntnisse, die im Ausbildungsberuf des Produktionstechnologen vermittelt werden, sind in diesem Arbeitsbereich eine große Unterstützung. Während der gesamten Projektzeit war es für alle Beteiligten (Mitarbeiter, Projektverantwortliche und Geschäftsleitung) hilfreich, dass in einem vergleichsweise kleinen Unternehmen erst eine weitreichende Vision entwickelt wurde. Das folgende Vorgehen einer Umsetzung in kleinen überschaubaren Schritten, hat es ermöglicht, die erreichten Ergebnisse regelmäßig zu prüfen und darauf aufbauen die nächsten Schritte gegebenenfalls anzupassen oder neu zu definieren .Dadurch ist keine Frustration entstanden, Scope-Creep wurde vermieden und Vorteile von Prozessverbesserungen standen stets zeitnah zur Verfügung.

Kontakt
Jan-Peter Krauß Kaufmännischer Leiter und Prokurist 03685/4191-514 ELSCHUKOM GmbH
Gewerbestraße 87,  98669 Veilsdorf
www.elschukom.com/de