Virtuelle Techniken für die Fabrik der Zukunft

Wearables bereiten Daten individuell für den Menschen auf

  • Anwendungsbeispiele
    • Logistik
  • Wertschöpfungsbereich
    • Logistik
  • Entwicklungsstadium
    • Demonstrator
  • Unternehmensgröße
    • 250 - 5000 Mitarbeiter
  • Region
    • Nordrhein-Westfalen
Einsatz von Wearables in intralogistischen Prozessen
Einsatz von Wearables in intralogistischen Prozessen
© Fraunhofer IML

Welche Herausforderungen galt es zu lösen und welcher konkrete Nutzen ergab sich?

Um den Menschen im Zuge der steigenden Dynamik der Industrie 4.0 mit adäquaten Informationen und Entscheidungskompetenzen auszustatten, ist es notwendig, alle Daten, die im System vorhanden sind, zu bündeln und in Kombination miteinander aufbereiten zu können. Diese kontextbasierten Informationen und Entscheidungsvarianten müssen dem Benutzer/Mitarbeiter intuitiv und leicht verständlich angezeigt werden.

Durch die steigende Intelligenz der umgebenden Objekte lassen sich sowohl die Steuerung als auch Entscheidungsprozesse dezentralisieren. Entscheidungen können durch den Mitarbeiter direkt am Ort des Geschehens gefällt werden und lassen auf diese Art lange Entscheidungswege entfallen. Dies spart Zeit und verbessert die Qualität der Prozesse, da Medienbrüche und Kommunikationsprobleme zwischen den Entscheidungsebenen entfallen.

„Die Integration des Menschen in teilautomatisierte Prozesse über kontextsensitive Informationsbereitstellung sowie individuelle Steuerungsmechanismen bildet einen zentralen Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Umsetzung der Industrie 4.0.“ Dipl.-Inf. Benedikt Mättig, Projektleiter des Forschungsprojektes SmARPro am Fraunhofer IML.

Szenario Logistik
Szenario Logistik
© Fraunhofer IML

Wie lässt sich der Industrie 4.0-Lösungsansatz beschreiben?

In diesem Anwendungsbeispiel verfolgt das Fraunhofer IML das Ziel, Informationen auf Wearables so darzustellen, dass eine schnelle Erfassung sowie ein schnelles Verständnis durch den Mitarbeiter ermöglicht werden kann. Hierfür werden die vorhandenen Daten so weit reduziert, dass nur die Informationen angezeigt werden, die der Mitarbeiter zum jeweiligen Zeitpunkt und in seinem jeweiligen Kontext benötigt. Darüber hinaus sorgt der Einsatz von grafischen Elementen für eine schnelle Informationserfassung. Eine individualisierte Darstellung von Informationen auf Wearables über Augmented Reality ermöglicht die Informationsanzeige direkt auf dem Objekt, ohne dass die Arbeit für die Informationsaufnahme unterbrochen werden muss.

Was konnte erreicht werden?

In einem ersten Demonstrator für den logistischen Verpackungsprozess konnte das Fraunhofer IML zeigen, wie durch optimale Informationsdarstellung ein Prozess deutlich vereinfacht sowie die Einlernphase erheblich verkürzt werden kann. Durch punktuelle Informationsanzeigen im Sichtfeld des Benutzers wird der Mitarbeiter durch den Verpackungsprozess geführt. Hierdurch wird sowohl der Volumennutzungsgrad der Verpackung als auch die Verpackungszeit optimiert.

Szenario Produktion
Szenario Produktion
© Fraunhofer IML

Mit welchen Maßnahmen wurde die Lösung erreicht?

Die entwickelte Lösung berücksichtigt unterschiedlichste Erkenntnisse aus der Industrie und Forschung. Auf der einen Seite stehen die Anforderungen der jeweiligen Szenarien, die sich aus industriellen Prozessen ergeben und entsprechende Mindestvoraussetzungen für die zu entwickelnde Lösung definieren. Auf der anderen Seite stehen Erkenntnisse aus sozialwissenschaftlichen Forschungen, durch die Anforderungen definiert werden, mit denen die Akzeptanz der entwickelten Lösung bei den Mitarbeitern verbessert werden kann.

Gemeinsam mit den Forschungspartnern aus dem Forschungsprojekt SmARPro werden die Entwicklungen des Fraunhofer IML im Bereich der Informationsdarstellung über Augmented Reality in verschiedene Anwendungsfälle übertragen. So werden derzeit neben dem Logistikszenario auch Szenarien in der Produktion bei Niles-Simmons in Chemnitz und dem Werkzeugmanagement der Robert Bosch GmbH in Homburg entwickelt und umgesetzt.

Kontakt
Dipl.-Inf. Benedikt Mättig Wissenschaftlicher Mitarbeiter Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML)
Joseph-von-Fraunhofer-Str. 2-4,  44227 Dortmund
www.smarpro.de