Press Release

Deutschland als Industrie 4.0 Land Nr. 1 stärken – Plattform Industrie 4.0 legt 10-Punkteplan zum Digital-Gipfel vor

Industrie 4.0 ist eine treibende Kraft für die Wirtschaft in Deutschland geworden. Deutschland hat sich international als Spitzenreiter etabliert. Um diese Position zu stärken, präsentierten Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, Telekom-Vorstand Reinhard Clemens, SAP-Vorstand Bernd Leukert und weitere hochrangige Vertreter der Plattform Industrie 4.0 auf dem Digital-Gipfel einen 10-Punkteplan. Ein Exponat der Plattform demonstrierte, wie sich Industrie 4.0-Lösungen in die Anwenderbranche Chemie übertragen lassen.

Deutschland als Industrie 4.0 Land Nr. 1 stärken – Plattform Industrie 4.0 legt 10-Punkteplan zum Digital-Gipfel vor
Deutschland als Industrie 4.0 Land Nr. 1 stärken – Plattform Industrie 4.0 legt 10-Punkteplan zum Digital-Gipfel vor
© Plattform Industrie 4.0/Weiss

Ludwigshafen, 13. Juni 2017. Die Plattform Industrie 4.0 präsentierte am 12. und 13. Juni ihre Empfehlungen und Ergebnisse auf dem Digital-Gipfel in Ludwigshafen. Mit einem 10-Punkteplan will die Plattform die Spitzenreiterrolle Deutschlands im Bereich Industrie 4.0 gezielt ausbauen und stärken. Neben bestehenden Themenfeldern, sollen in Zukunft auch neue Themen behandelt, der Mittelstand mit einem Transfer-Netzwerk Industrie 4.0 unterstützt und die internationalen Kooperationen vertieft werden. Kerngedanke bleibt, den Mensch bei der Umsetzung von Industrie 4.0 in den Mittelpunkt zu stellen.

Spitzenstellung als Industrie 4.0 Land Nr. 1 ausbauen

In Deutschland entsteht durch den Einsatz von Industrie 4.0 bereits heute reale Wertschöpfung. Der Umsatz mit Industrie-4.0-Lösungen wird laut jüngster Bitkom-Studie (April 2017) im laufenden Jahr um 21 % auf 5,9 Mrd. Euro steigen. Für 2018 wird im Gesamtmarkt für Industrie 4.0 ein Zuwachs von mehr als 22 % auf 7,2 Mrd. Euro erwartet. Um diese Spitzenstellung Deutschlands weiter auszubauen, hat die Plattform Industrie 4.0 einen 10-Punkteplan mit Handlungsempfehlungen für die nächsten Schritte ausgearbeitet. Zudem stellten die Leiter der Arbeitsgruppen der Plattform in einem Panel am 12. Juni Ergebnisse und Handlungsempfehlungen vor. Beides haben Staatssekretär Matthias Machnig (BMWi), Ministerialdirektor Matthias Graf von Kielmansegg (BMBF) sowie Vertreter der Branchenverbände BITKOM, ZVEI und VDMA anschließend in einer Diskussionsrunde aufgegriffen. Sie unterstrichen die Notwendigkeit einer bedarfsgerechten Unterstützung des Mittelstandes, des Aufgreifens aktueller und neuer Themen, sowie den Austausch mit internationalen Partnern. Letzteres ist erforderlich, um beispielsweise bei den Themen interoperable und offene Standards voranzukommen. Generell, so der Tenor, kann der notwendige Wandel der Wirtschaft nur in einem offenen und integrativen Prozess erfolgreich sein. Dafür stehe das erfolgreiche Modell der Zusammenarbeit aller relevanten Akteure in der Plattform Industrie 4.0.

Mittelstand bedarfsgerecht unterstützen

Neue Technologien führen zu neuen Chancen – und zu neuer Verantwortung. Ein High-Level Forum brachte Vertreter der Plattform Industrie 4.0 sowie der Plattform Innovative Digitalisierung der Wirtschaft zusammen. Die Beteiligten aus Politik, Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretung diskutierten, was jeder der Partner zu einem erfolgreichen Digitalisierungsprozess beitragen kann. Die Leitung der Plattform Industrie 4.0, u.a. vertreten durch Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, Telekom-Vorstand Reinhard Clemens und SAP-Vorstand Bernd Leukert, hatte vor allem den Mittelstand im Blick, denn dieser ist elementar für die erfolgreiche Transformation. Das durch BMWi und BMBF initiierte „Transfer-Netzwerk Industrie 4.0“ vernetzt und strukturiert die vielfältigen Unterstützungsangebote für Industrie 4.0 in ganz Deutschland. Unterstützt wird das Transfer-Netzwerk von Partnern aus den Bundesländern, der Verbände, der Kammern sowie den Forschungs- und Förderprogrammen des Bundes.

Den Transfer von Industrie 4.0 in neue Anwendungsfelder begleiten

Mehr und mehr Unternehmen aus den unterschiedlichsten industriellen Anwendungsfeldern setzen digitalisierte Anwendungen erfolgreich ein. Die Plattform Industrie 4.0 unterstützt die Umsetzung mit Anwendungsbeispielen, Demonstratoren, Praxisleitfäden und dem Industrie 4.0 Digitalisierungs-Know How ihrer ehrenamtlichen Teilnehmer aus den Gremien. Auf dem Digital-Gipfel präsentierte die Plattform Industrie 4.0 ein „Chemie 4.0“-Exponat: Das gemeinsame Ausstellungstück von BASF, SAP, Pepperl+Fuchs, SAM-SON, Endress+Hauser und der Universität Mannheim zeigte, wie Industrie 4.0-Lösungen in der chemischen Prozessindustrie zur Anwendung kommen. Die Unternehmen können durch die Kooperation ihre Expertisen gezielt zusammenführen. Mit Hilfe intelligenter Sensorik und über eine offene und sichere Datenplattform wird der Wartungsbedarf von Geräten präzise ermittelt. Wartungsarbeiten können so effizienter geplant sowie Anlagenstillstände reduziert werden. Das Beispiel wird Programm: Die Plattform Industrie 4.0 will zukünftig gemeinsam mit Partnern stärker die Anwendungsmöglichkeiten von Industrie 4.0 in den verschiedenen Branchen erproben.

Statements Plattform Industrie 4.0

Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: „Deutschland ist das Industrie 4.0 Land Nr. 1 in der Welt. Diese Position wollen wir halten und ausbauen. Dafür steht der 10-Punkteplan der Plattform Industrie 4.0. Hierin werden die nächsten konkreten Schritte, die es nun braucht, aufgezeigt. Auch international treibt Deutschland den Dialog voran. Unsere Vorreiterrolle haben wir dabei auch der Plattform Industrie 4.0 zu verdanken. Ihre Stärke liegt in der branchenübergreifenden und sozialpartnerschaftlichen Zusammenarbeit. Der Schulterschluss aus Wirtschaft, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik hat sich bewährt und weltweit beachtete Ergebnisse her-vorgebracht. Die Arbeit der Plattform wollen wir daher zielgerichtet fortführen und ausbauen.“


Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung: „Industrie 4.0 ist hier und heute Realität in Deutschland. Aus der Forschung müssen neue Lösun-gen schnell in die Praxis kommen. Dabei wollen wir besonders den Mittelstand unterstützen, sich zu informieren. Dazu wird das BMBF gemeinsam mit dem BMWi im neuen ‚Transfer-Netzwerk Industrie 4.0‘ gezielt die Bedarfe des Mittelstandes erheben und die vielfältigen Angebote der Plattform Industrie 4.0 aufbereiten und die vielfältigen Initiativen, Kompetenz- und Testzentren und andere Fördermaßnahmen besser vernetzen. So wollen wir mehr Übersicht schaffen und bessere Orientierung geben.“

Bernd Leukert, Mitglied des Vorstands der SAP SE, zuständig für Produkte & Innovation, und Sprecher des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0: „Industrie 4.0 ist längst kein theoretisches Konzept mehr, sondern Realität - mit wettbewerbsfähigen, wirtschaftlich erfolgreichen Produkten. Die Plattform begleitet diese Entwicklung und unterstützt Unternehmen mit einem konkreten 10-Punkteplan. Das einmalige Konzept der Plattform Industrie 4.0 hat aus einer überzeugenden Idee eine Erfolgsgeschichte der digitalen Industrie gemacht. In einem nächsten Schritt werden wir Zukunftsthemen, aber auch die sich entwickelnde Datenökonomie adressieren, und weiterhin zur gesellschaftlichen Diskussion zur Digitalisierung beitragen.“

Reinhard Clemens, Vorstandsmitglied der Deutsche Telekom AG, T-Systems, und Leitungsmitglied der Plattform Industrie 4.0: „Industrie 4.0 und das Internet der Dinge digitalisieren Produkte und Produktionsmittel, die bisher nichts mit dem Internet zu tun hatten, vom Fieberthermometer bis zur kompletten Produktionsanlage. Dafür braucht es Vertrauen in Sicherheit. Die Abwehr von Cyberangriffen erfordert Investitionen in Security-Lösungen. Im Rahmen der Plattform Industrie 4.0 wollen wir die Industrie bei der Vernetzung wirkungsvoll schützen. Gerade der Mittelstand benötigt Empfehlungen und Technologien für unkomplizierte Sicherheitslösungen.“

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall und Leitungsmitglied der Plattform Industrie 4.0: „Der Mensch darf in der Industrie 4.0 nicht zum Anhängsel der Maschinen werden, er muss im Mittelpunkt der Produktion stehen. Daran muss sich die Arbeitsorganisation in der digitalen Fabrik ausrichten. Wir brauchen tragfähige Konzepte für die Qualifizierung der Beschäftigten, vor allem in kleineren und mittleren Unternehmen. In der Plattform Industrie 4.0 setzt die IG Metall auf den Dialog der Akteure und den Mehrwert des sozialpartnerschaftlichen Weges.“

Dieter Kempf, Präsident des BDI und Leitungsmitglied der Plattform Industrie 4.0: „Die Möglichkeiten der digitalen Transformation für Wirtschaft und gesellschaftlichen Alltag, die wir mit dem Begriff Industrie 4.0 umschreiben, bieten enorme Chancen für höhere Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und neue Geschäftsmodelle. Dieses Potenzial müssen wir heben. Das gelingt am besten im Austausch mit internationalen Partnern, etwa zu europäischen Rechtsfragen und gemeinsamen IT-Sicherheitskonzepten. Es gilt, besonders den grenzüberschreitenden Know-how-Transfer voranzutreiben. Politik und Wirtschaft müssen bei der Digitalisierung an einem Strang ziehen und deren Wertschätzung in Unternehmen und Bevölkerung stärken.“

Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung und Mitglied im Strategiekreis der Plattform: „Industrie 4.0 – Made in Germany wird weltweit als Qualitätsmarke wahrgenommen. Zwei Stärken beeindrucken: Zum einen wie schnell sich Deutschland industriepolitisch mit der Plattform Industrie 4.0 an der Spitze organisiert hat – das ist weltweit beispielgebend. Zum anderen wie viel besser als anderswo es gelun-gen ist, Industrie 4.0 praktisch umzusetzen. Viele Unternehmen aller Größen – kleine, mittlere und große – arbeiten bereits mit konkreten Anwendungsfällen und bereiten den nächsten Schritt vor: Geschäftsmodelle auf Basis von ‚Smart Data‘.“

Hartmut Rauen, Stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer und Mitglied im Strategiekreis der Plattform: „Es reicht nicht über Industrie 4.0-Lösungen nur zu reden. Unternehmen müssen sie testen und erproben können. Der Zugang zu Unterstützungsangeboten muss einfach, lösungsorientiert und unbürokratisch gestaltet sein. Ein guter Startpunkt für Einsteiger ist der Industrie 4.0-Kompass der Plattform Industrie 4.0. Branchenspezifische Umsetzungsleitfäden, Factory Touren und Lab Touren sind drei Beispiele für Angebote, wie wir im Maschinenbau die Unternehmen begleiten. Unternehmen mit konkreten Ideen können in Testzentren neue Technologien auf ihre Realisierbarkeit prüfen. Das Labs Network Industrie 4.0 schlägt dann die Brücke zur Normung.

Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer und Mitglied im Strategie-kreis der Plattform: „Die Plattform Industrie 4.0 erarbeitet gemeinsam mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen wertvolle Konzepte für Industrie 4.0. Dabei geht es um branchen- und firmenübergreifende Technologien, Standards und Geschäftsmodelle. Als zentrales Netzwerk zur digitalen Transformation der Industrie in Deutschland hat die Plattform Industrie 4.0 auch auf dem Digital-Gipfel Präsenz gezeigt und die Gipfelteilnehmer über die Zukunft der industriellen Fertigung informiert. Dabei richtet sich die Plattform gleichermaßen an Fachexperten wie Industrie-4.0-Neulinge. Nur wenn alle mitgenommen werden, kann die Zukunft des Industriestandorts Deutschland gesichert und ausgebaut werden.“

Über die Plattform Industrie 4.0

Die Plattform Industrie 4.0 ist das zentrale Netzwerk in Deutschland, um die digitale Transformation in der Produktion voranzubringen. Im Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und Verbänden wirken über 300 Ak-teure aus 159 Organisationen aktiv in der Plattform mit. Die Plattform als eines der größten internationalen und nationalen Netzwerke unterstützt deutsche Unternehmen – insbesondere den Mittelstand – dabei, Industrie 4.0 zu implementieren, insbesondere indem sie existierende Industrie 4.0-Praxisbeispiele bei Unternehmen bekannt macht und in die Fläche trägt. Zudem gibt sie mit konkreten Handlungsempfehlungen wichtige Impulse und verweist auf Unterstützungsangebote und Testumgebungen. Die zahlreichen internationalen Kooperationen der Plattform unterstreichen ihre starke Rolle in den internationalen Diskussionen rund um das Thema Industrie 4.0.
www.plattform-i40.de

Pressekontakt

Dr. Jonas Gobert
Plattform Industrie 4.0
Tel.: +49 30 53607729
E-Mail: jonas.gobert@ifok.de