Meldung

Pioneer für Industrie 4.0 kommt aus Hagen

SIHK und Plattform Industrie 4.0 informierten über Chancen der Digitalisierung

Es klingt nach einer Vision: Ein Unternehmen, in dem alle Daten, von den Produktionsmaschinen über kaufmännische Prozesse bis hin zur Logistik, in einem einheitlichen System abgebildet werden können und das direkt mit Lieferanten und Kunden vernetzt. In Hagen-Hohenlimburg, dem „Silicon-Valley der Kaltwalzindustrie“, ist diese Vision bereits Wirklichkeit geworden.

Die Referenten der Veranstaltung „Industrie 4.0@Mittelstand“ in Hagen
Die Referenten der Veranstaltung „Industrie 4.0@Mittelstand“ in Hagen
© Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen/Fabian Krüger

Hagen, 22. November 2016. Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter regional ansässiger Unternehmen zeigten im Rahmen der Veranstaltung „Industrie 4.0@Mittelstand“ in der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK zu Hagen), wie „Industrie 4.0“ bereits in der Praxis funktioniert. Dabei steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern der Kundennutzen. So können Kunden eines der Unternehmen, die bei der Veranstaltung von ihren Erfahrungen berichtet haben, Aufträge direkt in das System einbuchen und erhalten bereits nach wenigen Stunden ihren Liefertermin. Außerdem können auch kleine Losgrößen wirtschaftlich produziert werden. Kunden profitieren von einer hohen Flexibilität und einer hohen Qualität der Produkte. Sie können jederzeit nachverfolgen, wo sich ihr Auftrag gerade befindet. Für das Unternehmen führt die Digitalisierung zu einer Verbesserung der Wettbewerbsposition.

Der Geschäftsführer eines Unternehmens aus Limburg hat den Teilnehmenden der SIHK-Veranstaltung empfohlen, zunächst im Rahmen einer Bestandsaufnahme die Potenziale für eine Digitalisierung zu untersuchen. Industrie 4.0 sei eine Grundlage für neue Geschäftsmodelle. Der Anteil von Services und Software an der Wertschöpfung werde in den nächsten Jahren deutlich steigen.

Am Anfang eines Digitalisierungsprojektes steht meist die Frage: Was erzeugt einen Kundennutzen oder Wettbewerbsvorteile? Das betont Matthias Parlings, Projektleiter bei „Digital in NRW“, einem vom Bund geförderten Kompetenzzentrum für den Mittelstand, das beim Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik angesiedelt ist. „Digital in NRW“ bietet eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen an, unter anderem Transferprojekte, die eine etwa viermonatige Begleitung im Unternehmen vorsehen. Unter anderem läuft derzeit ein Digitalisierungsprojekt in einer Dreherei in Plettenberg. Interessierte Unternehmen können sich um ein Transferprojekt, also eine kostenfreie Unterstützung durch das Fraunhofer-Institut, bewerben.

Auch viele kleine und mittelständische Betriebe in Südwestfalen suchen derzeit nach Wegen, wie sie ihre Marktposition durch die Digitalisierung in Zukunft sichern und stärken können. Unterstützung bietet das Projekt „Mittelstand 4.0 Südwestfalen“, das derzeit von der SIHK zu Hagen und der Industrie- und Handelskammer Arnsberg gemeinsam mit der Fachhochschule Südwestfalen und der Hochschule Hamm-Lippstadt durchgeführt wird. In Foren und Arbeitskreisen zu den Themen Vernetzung in der Produktion, Geschäftsmodelle, IT-Sicherheit und Arbeit 4.0 sollen grundlegende Fragen gemeinsam geklärt und Konzepte entwickelt werden. Das Projekt wird von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Dr. Markus Dicks von der Geschäftsstelle der Plattform Industrie 4.0 wies die Anwesenden unter anderem auf die Online-Landkarte Industrie 4.0 hin, die einen guten Überblick über Kompetenzträger und bereits umgesetzte Projekte bietet.

Wer sich in der Region Hagen an künftigen Workshops und Projekten zu Industrie 4.0 beteiligen möchte, erhält weitere Auskünfte bei der SIHK, Dirk Hackenberg, Tel. 02331 – 390 206.