Gestengesteuertes FTF - "FiFi"

Ihr ergonomischer Partner in der Kommissionierung, Lagerhaltung und der Intralogistik

  • Anwendungsbeispiel
    • Logistik
  • Wertschöpfungsbereich
    • Logistik
  • Entwicklungsstadium
    • Markteinführung / Pilot
  • Region
    • Baden-Württemberg
  • Unternehmensgröße
    • 1 - 250 Mitarbeiter

Welche Herausforderungen galt es zu lösen und welcher konkrete Nutzen ergab sich?

Transportaufgaben sind oft anstrengend und schnell ermüdend. Das Fahrerlose Transportsystem (FTF) „FiFi“ von BÄR Automation entlastet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Logistikbereich und sorgt dafür, dass sie sich besser auf die wesentlichen Arbeiten konzentrieren können. Das FTF teilt sich einen gemeinsamen Arbeitsraum mit den Beschäftigten und kann über Gesten gesteuert werden. Es erleichtert zum Beispiel die Kommissionierung, ermöglicht eine just-in-time Versorgung von Produktions- und Montagelinien und dient als Produktions- und Logistikassistent. Die innovative Gestensteuerung bietet der Firma BÄR Automation die Möglichkeit, neue Märkte zu erschließen – vor allem in mittelständischen Unternehmen mit komplexen Logistikprozessen.

Foto FIFI BÄR
© Quelle BÄR Automation GmbH

Wie lässt sich der Industrie 4.0-Lösungsansatz beschreiben?

Die Basis für „FiFi“ bildet ein Differentialantrieb, der eine Drehung auf der Stelle sowie die Vorwärts- und Rückwärtsfahrt ermöglicht. Das FTF kann mit verschiedenen Navigationsmodulen bestückt werden, die sich durch Gesten steuern lassen: „FiFi“ erkennt eine Anmeldegeste und ist daraufhin auf den Nutzer fixiert. Für die Erkennung wird eine optische 3D-Stereokamera eingesetzt. Ein Visualisierungsbildschirm sowie LED-Lampen informieren darüber, ob die gewünschte Geste erkannt wurde.
Was konnte erreicht werden?
Durch die Digitalisierung der Bewegungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es möglich, dem Automatiksystem berührungslos Anweisungen zu erteilen. Mithilfe verschiedener Betriebsmodi können Transportaufgaben dann flexibel bearbeitet werden. Bisher beherrscht „FiFi“ fünf Betriebsmodi:
• Folgemodus: Das FTF folgt dem Werker, hält stets einen konstanten Abstand, und kann bei Bedarf, beispielsweise zum Beladen, in Reichweite gerufen werden.
• Rangiermodus: Der Werker kann das FTF vor sich herschieben. Das FTF hält analog zum Pull-Modus einen definierten Abstand und kann gerufen werden.
• Linienfolge Modus: Das FTF folgt einer auf dem Boden aufgebrachten Linie (optische Spurführung).
• Hybrid Modus: Das FTF folgt dem Werker (Push- oder Pull-Modus) entlang einer auf dem Boden aufgebrachten Linie.
• Cluster Modus: Mehrere „FiFis“ folgen einander in einem definierten Abstand. Die FTF können einzeln nacheinander zu der jeweiligen Senke geschickt werden.

„Der Mitarbeiter kann etwa an Regalen vorbeilaufen und benötigte Teile auf dem Hubtisch von „FiFi“ ablegen. „FiFi“ bleibt dabei immer nahe an seinem Herrchen und tritt an ihn heran, wenn man es ihm signalisiert“, so Philip Kirmse, Stv. Leiter Logistik Automation und zuständig für Forschungsprojekte bei BÄR Automation. „Ein anderes Szenario versetzt den Roboter in einen Automatik-Modus und schickt ihn in eine Fertigungszelle, zu der Menschen keinen Zutritt haben, und wo andere Roboter die von „FiFi" gebrachten Teile aufnehmen.“

Mit welchen Maßnahmen wurde die Lösung erreicht?

Gemeinsam mit Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL) wurde eine Softwareplattform entwickelt, über die Gestenbefehle in Fahranweisungen für ein herkömmliches FTF umgesetzt werden konnten. Dazu wurde ein spezieller Laserscanner mit Messwertausgabe, eine Stereokamera und ein zusätzlicher Industrie-PC im Fahrzeug installiert. Mit der dort hinterlegten Gestendatenbank konnten die erkannten Gesten als Eingangssignale für Programmabläufe genutzt werden. Des Weiteren helfen die Messwerte dabei, die angemeldete Person zu verfolgen und den vorgegebenen Abstand zu halten.
Eine Herausforderung dabei war es, die Maschinensicherheit zu erfüllen. Durch den eingebauten Personenschutzlaserscanner ist dies so gut gelungen, dass „FiFi“ auch schon durch volle Messehallen seinen Nutzerinnen und Nutzern folgen durfte. Durch einen zusätzlichen Bildschirm am Fahrzeug, über den auch Logistikdaten angezeigt werden, erhalten die Anwenderinnen und Anwender Feedback über die eingegebenen Gesten. Zudem kann der Hubtisch über eine einfache Geste ergonomisch auf die passende Höhe eingestellt werden.

Was können andere davon lernen?

Das Projekt zeigt, dass sich auch kleinere Unternehmen an komplexere Neuentwicklungen wagen können. Mit einer guten Idee und der Unterstützung aus der Forschung kann die Digitalisierung in der Produktion schnell auch im Mittelstand und bei KMU voranschreiten.

Kontakt
Philip Kirmse Stv. Leiter Vertrieb Logistik-Automation +49 (0) 7267-9127-0 BÄR Automation GmbH
Gottlieb-Daimlerstraße 6,  75050 Gemmingen
www.baer-automation.de

Weiterführende Informationen

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