Unterfahr FTF - "Flunder"

Fahrerloser PKW Transport

  • Produktbeispiel
    • Mechatronische Anlagen
  • Wertschöpfungsbereich
    • Logistik
  • Entwicklungsstadium
    • Markteinführung / Pilot
  • Region
    • Baden-Württemberg
  • Unternehmensgröße
    • 1 - 250 Mitarbeiter

Welche Herausforderungen galt es zu lösen und welcher konkrete Nutzen ergab sich?

Im Auftrag eines Kunden entwickelte die BÄR Automation GmbH ein fahrerloses Transportfahrzeug (FTF), das nicht nur ermüdende und nicht wertschöpfende Tätigkeiten in der Produktion automatisiert und effizienter gestaltet, sondern auch die Sicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöht. Eine zentrale Herausforderung bestand darin, die Bauhöhe des FTF möglichst gering zu halten.
Mit einer Gesamthöhe von nur 105 mm erfüllt das FTF „Flunder“ von BÄR Automation diese Anforderung problemlos. Das Fahrzeug kann prozessparallel am Leitstand der Anlage verändert werden und sorgt durch sein Personenerkennungssystem für mehr Sicherheit. Auch Produktionsausgangspuffer können automatisch durchgeführt werden. Zudem können PKW mit Verbrennungsmotor rangiert werden, ohne sie innerhalb der Produktionshallen zu starten. Das verbessert die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Durch den Einsatz der „Flunder“ können weiterhin starre Transportsysteme ersetzt und eine flexiblere Produktion ermöglicht werden.

Wie lässt sich der Industrie 4.0-Lösungsansatz beschreiben?

Um die Fahrzeuge aufzunehmen, wurde eine neuartige, schwimmend gelagerte Radaufnahmemechanik entwickelt. Außerdem wurden Antriebssysteme hergestellt, die in einen Bauraum von unter 80 mm Höhe passen. Intelligente Leitsteuerungssysteme ermöglichen es, zahlreiche PKW in geringen Abständen zu lagern (Blocklager). Für das Unterfahren greift das System auf die Messfunktionalität von Laserscannern zurück: Vier Scanner erlauben dabei einen kompletten Rundumblick.

Was konnte erreicht werden?

Die Anwendung ermöglicht es, nicht wertschöpfende Transportprozesse in der Produktion zu automatisieren. Durch das sichere System werden in Zukunft zudem nicht nur Unfälle vermieden, sondern auch Kosten bei der Installation teurer Lüftungsanlagen eingespart: PKWs mit Verbrennungsmotoren können mithilfe der „Flunder“ vollkommen elektrisch am Ende der Produktionslinie abtransportiert und in Prüfstände oder in das Auslieferungslager gefahren werden.
Durch den Einsatz einer intelligenten, übergeordneten Materialflusssteuerung lassen sich eng gepackte Blocklager bilden, da kein Zwischenraum für das Aussteigen der Fahrer mehr notwendig ist: Nach dem Absetzen des PKWs kann die „Flunder“ einfach unter den davor oder dahinter parkenden Fahrzeugen durchfahren. Das spart Platz. Durch eine schwimmend gelagerte Radaufnahme mit Kraftsensoren lassen sich auch nicht exakt abgestellte Fahrzeuge aufnehmen und transportieren. Für den Personenschutz und das Positionieren unter dem PKW verfügt das FTF über vier extrem flach gebaute Lasersensoren, deren Messwerte ausgewertet werden.
Ein solches System kann in Zukunft automatisch auf unterschiedliche Achsabstände angepasst werden und somit auch bei großen Flottenparkhäusern genutzt werden, um Parkraum einzusparen.

Mit welchen Maßnahmen wurde die Lösung erreicht?

Gemeinsam mit der Daimler AG entwickelte BÄR Automation ein extrem flaches FTF mit dessen Hilfe sich herkömmliche PKW unterfahren und an den Rädern ausheben lassen. Aufgrund der niedrigen Bauhöhe mussten die Radaufhängung, Lenkung und Antriebe komplett neu entwickelt werden. Des Weiteren mussten die Energiespeicher, die auf einer von BÄR Automation patentierten Kondensatortechnologie basieren, in das flache Gehäuse von 80 mm Bauhöhe eingepasst werden.
So ist es nun möglich, den innerbetrieblichen Transport von PKW zu automatisieren und auf die Vorteile eines vernetzten Industrie 4.0-Steuerungssystems zu setzen. Eine selbstorganisierende Leitsteuerung teilt die Fahraufträge den FTF zu und kann somit den Produktionsablauf effizient organisieren. Dazu ist sie an das übergeordnete PPS-System in der Leitebene angebunden.

BÄR Flunder
BÄR Flunder
© BÄR Automation GmbH

Was können andere davon lernen?

BÄR Automation setzte bei der Entwicklung auf sein gutes Zuliefernetzwerk, das trotz der nicht alltäglichen Anforderungen bei der Komponentenauswahl unterstützte.

Kontakt
Philip Kirmse Stellvertretender Leiter Vertrieb Logistik-Automation +49 (0) 7267-9127-0 BÄR Automation GmbH
Gottlieb-Daimlerstraße 6,  75050 Gemmingen
www.baer-automation.de

Weiterführende Informationen

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