Die Arbeitsgruppen der Plattform

AG-Klausur: ein Mann stellt die Arbeit der AG 2 vor.
© BMWi, Anja Blumentritt

Die fachlich-inhaltliche Arbeit der Plattform erfolgt in themenspezifischen Arbeitsgruppen. Die Arbeitsgruppen entwickeln und dokumentieren zu ausgewählten Fragestellungen vorwettbewerbliche Konzepte und spezifische Handlungsempfehlungen, deren Umsetzung allen Partnerinnen und Partnern am Standort Deutschland Wettbewerbsvorteile sichern sollen.

AG "Referenzarchitekturen, Standards und Normung"

Für eine schnelle Umsetzung einer stärker digitalisierten Produktion in die industrielle Praxis ist ein konsensbasierter, forschungsbegleitender Standardisierungs- und Normungsprozess unerlässlich.

Wichtige Aufgabe der Plattform ist die Verortung vorhandener Normen und Standards im „RAMI 4.0“ (Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0). RAMI 4.0 ist ein erster Vorschlag für ein lösungsneutrales Referenzarchitekturmodell. Es ist dabei notwendig, sich zunächst einen strukturierten Überblick über die bestehenden Methoden und Ansätze zu verschaffen. Dann sollen einerseits Überschneidungen und andererseits Lücken bei bestehenden Normen und Standards identifiziert und dann Empfehlungen für Vorzugslösungen erarbeitet werden. Die Arbeitsgruppe wird dabei besonderes Augenmerk auf die Minimierung der Zahl der einzusetzenden Normen und Standards legen.

Die für Industrie 4.0 relevanten Normen und Standards werden auf verschiedenen technischen Ebenen und von verschiedenen Gremien ausgehandelt und entwickelt. Daher wird die Plattform die Koordination der Aktivitäten zur Normung und Standardisierung im Bereich Industrie 4.0 in zahlreichen Untergremien übernehmen sowie ein konsistentes und konzertiertes Vorgehen in unterschiedlichsten Organisationen und Verbänden sicherstellen. Sie ist Ansprech- und Dialogpartner für alle Interessengruppen, die Industrie 4.0-Kompatibilitäten definieren wollen. Vereinbarungen und Vorschläge über solche Definitionen werden von ihr transparent und breit kommuniziert.

Unternehmen der verschiedensten Branchen können sich beteiligen. Viele bringen sich bereits heute aktiv in die Arbeit der Plattform ein. Sie profitieren künftig, wenn ihre Maschinen, ihre Lagersysteme, ihre Produkte, ihre Mitarbeiter, ihre Zulieferer und Partnerunternehmen und ihre Kunden miteinander vernetzt sind und der Informationsaustausch nach einheitlichen Standards möglich ist.

AG "Forschung und Innovation"

Um den Forschungs- und Innovationsbedarf aus Sicht der Industrie zu identifizieren, bewertet die Arbeitsgruppe „Forschung und Innovation“ aktuelle Fallbeispiele und arbeitet an der Aktualisierung und Fortschreibung der Forschungs- und Innovations-Roadmap zu Industrie 4.0. Gemeinsam mit den anderen Arbeitsgruppen der Plattform identifiziert sie den Forschungsbedarf, der erforderlich ist, um Industrie 4.0 in Deutschland voranzubringen. Sie stellt die Ergebnisse des Innovations- und Forschungsbedarfs u. a. den nationalen Fördergebern in wissenschaftlich aufbereiteten Umsetzungsempfehlungen z. B. als Vorlage für zukünftige Forschungsprogramme zur Verfügung.

Gleichzeitig gilt es, vorhandene Forschungsergebnisse in die Unternehmen zu tragen und so Innovationen zu realisieren. Besonderes Augenmerk liegt auf den Unternehmen des Mittelstands, die durch gezielte Transferstrategien dabei unterstützt werden, Industrie 4.0 in den eigenen Fabriken einzusetzen. Konkrete Anwendungsfälle werden hinsichtlich ihrer Innovationskraft analysiert und bewertet.

AG "Sicherheit vernetzter Systeme"

Die Arbeitsgruppe „Sicherheit vernetzter Systeme“ wird zur Klärung der offenen Fragen hinsichtlich sicherer Kommunikation und sicherer Identitäten der Wertschöpfungspartner beitragen. Sie wird sich zudem mit der Detektion von Cyber-Angriffen in der Produktion  und deren Implikationen beschäftigen. Beides soll dazu beitragen, das notwendige Vertrauen zwischen den Wertschöpfungspartnern zu ermöglichen. Deshalb wird die AG darüber hinaus insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen mit einem Kurzleitfaden bei der Einführung von „I4.0 Security“ unterstützen, um den flächendeckenden Einsatz der I4.0-Techniken zu ermöglichen und so die volle Wirkung von I4.0 zu entfalten. Darüber hinaus wird die AG neue Anforderungen an Wissen und Erfahrung von Mitarbeitern im I4.0-Securitykontext definieren und an die Facharbeitsgruppe übergeben. Denn es werden kompetente Anwenderinnen und Anwender und Verantwortliche benötigt, damit die erarbeiteten Security-Konzepte und -Methoden durchgängig angewandt werden können.

AG "Rechtliche Rahmenbedingungen"

Die Arbeitsgruppe „Rechtliche Rahmenbedingungen“ der Plattform Industrie 4.0 setzt sich das Ziel, Chancen und Risiken von Industrie 4.0 rechtlich zu bewerten. In der Funktion eines „Enablers“ unterstützt die Arbeitsgruppe einerseits die Entwicklung und Umsetzung neuer Standards und Geschäftsmodelle und zeigt andererseits auf, wo gegebenenfalls gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht. Es geht dabei in erster Linie um die Frage, wie das heutige Recht, das ganz wesentlich auf die Idee menschengesteuerten Verhaltens ausgerichtet ist, unter dem Gesichtspunkt maschinengesteuerter Kommunikationsfähigkeit weiterentwickelt werden muss.

AG "Arbeit, Aus- und Weiterbildung"

Der Übergang in eine vernetzte Industrie wird in Deutschland nur dann gelingen, wenn die relevanten Akteurinnen und Akteure von Beginn an in den Veränderungsprozess einbezogen werden. An diesem Grundsatz orientiert sich die Plattform Industrie 4.0 und etabliert mit einer eigenen Arbeitsgruppe zu dem Thema einen Kreis an Personen, die sich den beschriebenen Gestaltungsfeldern annehmen.

Die Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ hat entsprechend für ihre Arbeit drei Handlungsfelder definiert, die wechselseitige Auswirkungen aufeinander haben:

  • In den vernetzen Informations- und Produktionsräumen müssen die Mensch-Maschine-Schnittstellen und -Kooperationen so gestaltet sein, dass sie dem Wohle des Menschen und der Innovationsfähigkeit der Unternehmen dienen.
  • Für die zusammenwachsenden Wertschöpfungsnetzwerke müssen die Rahmenbedingungen in der Organisation so gestaltet sein, dass Arbeiten und Lernen innerhalb der Prozesse leicht möglich ist.
  • Ausbildung und Qualifizierung in hybriden Tätigkeitsfeldern müssen so gestaltet sein, dass betriebliche Kompetenzentwicklung, prozessorientiertes Lernen und neue Lernformen unterstützt werden.