Industrie 4.0 als europäischer Standortvorteil

Europäische Flaggen vor Gebäude
© fotolia/ finecki

Rund 80% aller europäischen Exporte sind Industrieerzeugnisse. Die europäische Industrie, die rund 16% des BIP der EU ausmacht, beschäftigt rund 32 Millionen Menschen in über 2 Millionen Unternehmen. Und die Zahlen zeigen: Die Industrie ist Treiber für Wohlstand und Wachstum in Europa.

Industrie 4.0 als Chance für wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Wertschöpfungsketten

Industrie 4.0 wird von der EU-Kommission nicht nur als Chance verstanden, Produkte mit hoher Wertschöpfung herzustellen, sondern auch als Möglichkeit, umweltfreundliche und sozial nachhaltige Produktion zu fördern. So sollen neue Technologien dabei helfen, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Wertschöpfungsketten vor allem mit international wettbewerbsfähigen Unternehmen in Europa aufzubauen. Die EU versteht sich als Zukunftsstandort für die Industrie, als Vorreiter in der Digitalisierung und als attraktiver Standort für die digitalisierte Industrie – eine Vision, die mit verschiedenen Förder- und Unterstützungsmaßnahmen vorangetrieben wird.

Die EU als Vernetzungsstelle nationaler Initiativen

Einen wichtigen Beitrag dazu leisten Maßnahmen der EU, die nationale Initiativen, die sich mit der Digitalisierung der Industrie befassen, unterstützen und vernetzen. Zweimal jährlich kommen Vertreter und Vertreterinnen aus den Initiativen der Mitgliedsstaaten, aus der Industrie und von den Sozialpartnern im Rahmen eines High-Level Roundtables der EU-Kommission in Brüssel zusammen, um den europaweiten Austausch mit Leben zu füllen. Hier sind auch Vertreter der Plattform Industrie 4.0 eingebunden. Eine Übersicht der Europäischen Kommission zeigt, dass inzwischen mehr als 30 nationale und regionale Initiativen europaweit existieren.

Überblick über die europäischen Initiativen zur Digitalisierung der Industrie
Überblick über die europäischen Initiativen zur Digitalisierung der Industrie
© EU-Kommission

Das Ziel: ein gemeinsamer digitaler Binnemarkt

Die Aktivitäten auf EU-Ebene laufen seit April 2016 zudem in der Initiative des Aufbaus eines Digitalen Europäischen Binnenmarktes zusammen. Das Ziel ist es, Europa fit für die Herausforderungen von digitalen Produkten und Dienstleistungen zu machen. In Europa können Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital frei zirkulieren – bisher jedoch sind die Rahmenbedingungen auf einen analogen Austausch ausgerichtet. Sobald der Austausch digital vonstatten geht, trifft man trotz des einheitlichen Binnenmarktes auf Barrieren. Nur 7% der europäischen KMU bieten Waren und Dienstleistungen grenzüberschreitend an.

Die Digitalisierung der Industrie wird eine zunehmende Vernetzung und einen Austausch z.B. von industrierelevanten Daten über nationale Grenzen hinweg mit sich bringen. Der gemeinsame digitale Binnenmarkt vereinfacht daher den grenzüberschreitenden Transfer von Daten und Dienstleistungen in der EU. Um dies und eine einheitliche Sprache zu gewährleisten, steht die Arbeit an gemeinsamen Standards im Fokus, die diesen grenzüberschreitenden Austausch möglich machen – 5G-Technoogie, IT-Sicherheitslösungen, Cloud Computing und Datentechnologien.

Über das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU wurden zwischen 2008 und 2013 insgesamt 150 Projekte von Unternehmen und Forschungsinstitutionen zu Themen wie z. B. Informations- und Kommunikationstechnologien in der Produktion gefördert. Auch unter dem neuen EU-Förderprogramm Horizont 2020 werden seit 2014 europäische Forschungsvorhaben unterstützt.

Die Mobilisierung des Mittelstands als Treiber der Digitalisierung

Die Unterstützung von KMUs ist für eine flächendeckende Verbreitung der Industrie 4.0-Technologien, von zentraler Bedeutung. Schätzungen zufolge liegt das wirtschaftliche Potenzial der Digitalisierung bei einem zusätzlichen Umsatz von ca. 110 Milliarden Euro pro Jahr (Quelle: EU Kommission). Daher ist es besonders wichtig, den europäischen Mittelstand zu aktivieren.

Eine Initiative der Europäischen Kommission, die sich konkret an den Mittelstand und kleinere Unternehmen richtet, ist das „ICT Innovationen für produzierende KMU“ (kurz I4MS). Seit dem Sommer 2013 unterstützt diese Initiative durch ihr Kompetenzzentrum kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei, Informations- und Kommunikationstechnologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu testen und zu implementieren. Die notwendige Expertise zur Verbesserung der Fähigkeiten wird den an der Initiative teilnehmenden KMUs bei Bedarf von Kompetenzzentren gestellt.

Die europäischen Initiativen zur Digitalisierung der Industrie im Überblick

Logo ICT Innovation for Manufacturing SMEs (I4MS)
EU: ICT Innovation for Manufacturing SMEs (I4MS)
Logo European Smart Anything Everywhere Initiative
EU: Smart Anything Everywhere
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Multi-region: Vanguard Initiative
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UK: High Value Manufacturing Catapult
Logo Innovate UK
UK: Innovate UK
Logo EPSRC Manufacturing the Future
UK: EPSRC Manufacturing the Future
Logo Scottish Enterprise / Action Plan for Manufacturing (Scotland)
UK: Action Plan for Manufacturing (Scotland)
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Belgien: Made Different
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Belgien: Flanders Make/iMinds (Flanders)
Logo Marshall 4.0 (Wallonia)
Belgien: Marshall 4.0 (Wallonia)
Logo Nouvelle France Industrielle
Frankreich: Nouvelle France Industrielle
Logo Industrie du Futur
Frankreich: Industrie du Futur
Logo Transition Numérique
Frankreich: Transition Numérique
Logo Le Programme des Investissements d’Avenir
Frankreich: Le Programme des Investissements d’Avenir
Logo Plan Industries Île-de-France
Frankreich: Plan Industries Île-de-France
Logo PRODUTECH
Portugal: PRODUTECH
Logo Industria Conectada 4.0
Spanien: Industria Conectada 4.0
Logo Basque Industry 4.0
Spanien: Basque Industry 4.0
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Italien: Internet for Things
Logo Fabbrica Intelligente
Italien: Fabbrica Intelligente
Logo ASSOCIAZIONE FABBRICA INTELLIGENTE LOMBARDIA
Italien: ASSOCIAZIONE FABBRICA INTELLIGENTE LOMBARDIA
Logo Wirtschaftsministerium Griechenland
Griechenland: Operational Programme in Region Western Greece
Logo FFG - Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft
Österreich: Produktion der Zukunft
Logo Wirtschaftsministerium Tschechien
Tschechien: Průmysl 4.0
Logo Ministry of Economy Slovak Republic
Slowakei: Smart Industry SK
Logo Plattform Industrie 4.0
Deutschland: Plattform Industrie 4.0
Logo Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Deutschland: Mittelstand 4.0
Logo Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Deutschland: Autonomik fur Industrie 4.0
Logo Germany Trade & Invest
Deutschland: Smart Service World
Logo it´s OWL Clustermanagement GmbH
Deutschland: It’s OWL (Ostwestfalen-Lippe)
Logo Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg
Deutschland: Allianz Industrie 4.0 (Baden-Württemberg)
Logo National Centre for Research and Development
Polen: INNOMED
Logo National Centre for Research and Development
Polen: INNOLOT
Logo National Centre for Research and Development
Polen: CuBR
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Polen: BIOSTRATEG
Logo Demola - Riga IT TechHub
Lettland: Demola (Riga IT TechHub)
Logo FIMECC
Finnland: FIMECC PPP Programmes
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Finnland: DIGILE
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Finnland: TEKES
Logo Produktion 2030
Schweden: Produktion 2030
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Dänemark: MADE
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Niederlande: Smart Industry (NL)